Annoni wird Pro Helvetia-Präsident
publiziert: Mittwoch, 19. Okt 2005 / 17:30 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 19. Okt 2005 / 22:28 Uhr

Bern - Der abtretende bernische FDP-Regierungsrat Mario Annoni wird Präsident der Kulturstiftung Pro Helvetia. Der Bundesrat hat den 51-jährigen Bernjurassier zum Nachfolger von Yvette Jaggi gewählt.

Mario Annoni.
Mario Annoni.
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Die frühere Lausanner Stadtpräsidentin und Waadtländer SP-Ständerätin Jaggi muss das Präsidium der Pro Helvetia Ende 2005 wegen der Amtszeitbeschränkung abgegeben. Sie leitet die Stiftung seit 1998.

Der neue Stiftungsratspräsident, Fürsprecher Mario Annoni, gehört seit 1990 der bernischen Kantonsregierung an. Bis 1998 war er Justizdirektor, seither steht er der Erziehungsdirektion vor. Zurzeit bekleidet er das Amt des Regierungspräsidenten.

Mit dem Verzicht auf eine erneute Kandidatur scheidet Annoni Ende Mai 2006 aus der Kantonsregierung aus. Sein Amt als Stiftungsratspräsident der Pro Helvetia wird er aber bereits Anfang Jahr antreten, wie Bundesrat Pascal Couchepin vor den Medien im Bundeshaus mitteilte.

Tiefgreifende Reformen

Laut Couchepin muss der Präsident «rasch auf dem Posten sein», weil die Pro Helvetia tiefgreifend reformiert wird. Das zurzeit in der Vernehmlassung stehende neue Pro-Helvetia-Gesetz sieht insbesondere eine klare Trennung zwischen Strategie und operativer Tätigkeit vor.

Annoni sei ein «Modellschweizer», sagte Couchepin. Der Romand wirke in einem überwiegend deutschsprachigen Kanton und beherrsche vom Grossvater her auch die italienische Sprache. Zwischen seinem Wohnort La Neuveville und Bern überschreite er jeden Tag die Sprachgrenze.

«Schlüsselposten»

Der neue Pro-Helvetia-Präsident unterstrich vor allem seine enge Verbundenheit mit der Kultur. Als Erziehungsdirektor betreue er auch die kulturellen Dossiers des Kantons - dies nota bene mit einem Budget von 38 Millionen, das jenes der Pro Helvetia noch um einige Millionen übersteigt. Das Präsidium der Pro Helvetia sei kein Ehren-, sondern ein Schlüsselposten, sagte Annoni.

Jetzt schon müssten zudem die Vorarbeiten für die neuen Eingaben an den Bund beginnen, sagte Annoni. Die gegenwärtige Finanzierungsperiode laufe 2007 aus.

Die Stiftung Pro Helvetia hat die Aufgabe, das schweizerische Kulturschaffen zu fördern und die kulturellen Beziehungen mit dem Ausland zu pflegen.

(bert/sda)

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