«Anormale» Dopingprobe bei Fränk Schleck
publiziert: Dienstag, 17. Jul 2012 / 21:00 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 18. Jul 2012 / 07:50 Uhr
Der Luxemburger Radprofi Frank Schleck.
Der Luxemburger Radprofi Frank Schleck.

Bei Radprofi Fränk Schleck, Teamkollege von Fabian Cancellara, ist während der Tour de France eine «anormale» Dopingprobe entnommen worden. Wie der Rad-Weltverband UCI mitteilte, wies eine Urinprobe des Luxemburgers vom 14. Juli das Diurretikum Xipamid auf.

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Der 32-jährige Schleck, der am Dienstagabend über das Testergebnis informiert worden war, hat nun vier Tage Zeit, die Öffnung der B-Probe zu beantragen. Erst wenn auch diese positiv ausfällt, gilt er als überführt. Dennoch wurde er von seinem Team RadioShack aus dem Rennen genommen.

Dieses hatte keine keine Erklärung für den Fund des Labors in Chatenay-Malabry. «Es ist kein Produkt, das in einem von der Mannschaft benutzten Medikament enthalten ist», hiess es in einer Mitteilung des Rennstalls, der Schleck aus dem Rennen nahm. Daher sei unklar, wie das Mittel in den Urin von Schleck gelangt sei.

Diuretika haben keine direkte leistungssteigernde Wirkung, werden im Radsport aber häufig dazu verwendet, um Dopingmittel zu verschleiern. «Diuretika werden im Radsport dazu benutzt, andere Präparate aus dem Körper zu spülen», erklärte Helge Riepenhof, Teamarzt bei Omega Pharma-Quick Step. «Die Gabe ist ansonsten kontraproduktiv, weil Diuretika dem Körper Flüssigkeiten entziehen und damit Minerale.» Nach den Anti-Doping-Regeln der UCI führt der Befund nicht automatisch zu einer Sanktion. Allerdings forderte der Verband RadioShack mit Erfolg auf, «die nötigen Schritte zu ergreifen».

Fränk Schleck nahm zum siebten Mal an der Tour de France teil. Im letzten Jahr hatte er hinter Cadel Evans und seinem derzeit verletzten Bruder Andy den 3. Rang belegt. Heuer lief es ihm nicht wunschgemäss; vor seinem Ausschluss belegte er in der Zwischenwertung lediglich den 12. Platz. An der diesjährigen Tour de Suisse war er nur um 14 Sekunden vom Portugiesen Rui Costa bezwungen wurden - 2010 hatte er die Schweizer Rundfahrt gar für sich entschieden.

RadioShack ist das Team des belgischen Managers Johan Bruyneel, der von der amerikanische Anti-Doping-Agentur (USADA) angeklagt ist. Er soll gemeinsam mit dem siebenfachen Tour-Sieger Lance Armstrong über Jahre hinweg systematisch manipuliert haben. Zudem soll der Rennstall in gröberen finanzielle Schwierigkeiten stecken, was er allerdings bestreitet.

Ein Diuretikum war an der letztjährigen Frankreich-Rundfahrt auch bei Alexander Kolobnew entdeckt worden. Zwar wurde der Russe danach aus dem Rennen genommen, doch um eine Sperre kam er trotz eines Rekurses der UCI herum. Der Internationale Sportgerichtshof in Lausanne (CAS) sprach in frei. Kolobnew rechtfertigte die Einnahme des Diuretikums mit medizinischen Gründen. Diesen Weg dürfte auch Fränk Schleck einschlagen.

(fest/Si)

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