Breiviks Pläne
Anschläge auf zwei weitere Gebäude geplant
publiziert: Freitag, 29. Jul 2011 / 10:00 Uhr / aktualisiert: Freitag, 29. Jul 2011 / 19:22 Uhr
Der Autbombe im Regierungsviertel hätten noch andere Bomben folgen sollen (Archivbild).
Der Autbombe im Regierungsviertel hätten noch andere Bomben folgen sollen (Archivbild).

Toulouse - Anders Behring Breivik hatte nach Angaben seines Anwalts bei den Anschlägen vor einer Woche weitere Ziele im Visier. Ausser der Bombe im Regierungsviertel von Oslo und dem Massaker auf der Insel Utøya habe er beabsichtigt, zwei weitere Gebäude zu bombardieren.

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Dies sagte Verteidiger Geir Lippestad der Zeitung «Aftenposten». Aus nicht bekannten Gründen habe er sich jedoch verspätet. Der Verteidiger teilte zudem mit, dass Breivik vor den Anschlägen am 22. Juli Drogen genommen habe, «um das zu schaffen, was er dann getan hat».

Die Polizei verhörte den Attentäter am Freitag erneut. Breivik wurde am Morgen unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen in einem schwarzen Jeep hinter abgedunkelten Fenstern von der Haftanstalt Ila nach Oslo gebracht. In der dortigen Polizeizentrale verhörten ihn Ermittler.

«Ausgesprochen ruhig»

Ein Polizeisprecher bezeichnete den geständigen Attentäter als weiter «ausgesprochen ruhig». «Er ist mehr als willig, alles zu erklären.» Zwei Rechtspsychiater sollen Breivik auf dessen Zurechnungsfähigkeit hin untersuchen und bis 1. November ihr Gutachten vorlegen.

Der rechtsextremistische Attentäter hatte am vergangenen Freitag um 15.26 Uhr direkt vor dem Osloer Regierungs-Hochhaus eine Autobombe detonieren lassen. Dadurch wurden acht Menschen getötet.

Zwei Stunden später begann Breivik auf der 40 Kilometer entfernten Insel Utøya, auf die rund 600 Teilnehmer eines sozialdemokratischen Jugendlagers zu schiessen. Bis er festgenommen wurde, tötete er dort 69 Menschen. Am Freitag gab die Polizei die letzten noch offenen Opfer-Namen bekannt und korrigierte die gesamte Opferzahl auf 77.

Zwei Opfer bestattet

Eine Woche nach den Anschlägen in Norwegen haben Angehörige die ersten zwei der 77 Opfer zu Grabe getragen. Beim Begräbnis für die 18-jährige Norwegerin Bano Rashid im Ort Nesodden südlich von Oslo hielt de sozialdemokratische Aussenminister Jonas Gahr Støre eine der Traueransprachen. In der Stadt Hamar, nördlich von Oslo, wurde der 19-jährige Ismail Haji Ahmed bestattet. Er war in Norwegen als Teilnehmer des TV-Wettbewerbes «Norske Talenter» bekanntgeworden.

(bg/sda)

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