Anschlag auf Ministerkonvoi in Bagdad
publiziert: Mittwoch, 4. Okt 2006 / 21:05 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 4. Okt 2006 / 22:40 Uhr

Bagdad - Bei einem Bombenanschag auf den Konvoi des irakischen Industrieministers Fausi al-Hariri in Bagdad sind mindestens 21 Menschen getötet worden.

Bomben explodierten fast zeitgleich an verschiedenen Orten.
Bomben explodierten fast zeitgleich an verschiedenen Orten.
Hariri selbst hielt sich zum Zeitpunkt des Anschlags im Ministerium auf. Fast 90 weitere Menschen wurden verletzt. Zunächst explodierten zwei Bomben vor dem heranfahrenden Konvoi und töteten drei Leibwächter, wie irakische Sicherheitskräfte sagten.Unmittelbar darauf detonierte eine Autobombe vor einem Lebensmittelgeschäft und riss weitere 18 Menschen in den Tod.

Der Fahrzeugkonvoi sei nach dem Betanken auf der Rückfahrt in das Ministerium gewesen, sagte Hariri der Nachrichtenagentur AFP. Er selber sei in diesem Moment bei Ministerpräsident Nuri el Maliki gewesen.

Durch die Wucht der Sprengsätze stürzte nach Angaben der Sicherheitskräfte das Geschäftsgebäude zusammen. Durch die Autobombe wurden demnach 11 Leibwächter des Ministers und 78 Zivilisten verletzt.

Weitere Anschläge

In anderen Hauptstadtvierteln wurde bei weiteren Anschlägen ein Mensch getötet, mindestens sechs weitere Menschen erlitten Verletzungen. Ebenfalls in Bagdad wurden am Mittwoch zwei US- Soldaten durch Schüsse getötet.

In der Provinz Salaheddin erschossen US-Soldaten bei Tikrit einen Iraker bei einer Strassensperre. In Dueira, rund 50 Kilometer südöstlich von Bagdad, wurden vier Leichen mit Folterspuren gefunden, wie Polizei und Spitalmitarbeiter mitteilten.

Polizeibrigade degradiert

Die irakische Regierung hat eine Polizeibrigade suspendiert, deren Mitglieder Kontakte zu Todesschwadronen gehabt haben sollen. Sie sollen nun von der US-Armee neu ausgebildet werden.

Der Fall ist bislang einzigartig: Die komplette Brigade mit zwischen 800 und 1200 Mitgliedern werde beschuldigt, Todesschwadrone unterstützt zu haben, sagte US-Armeesprecher William Caldwell. Der Abzug der Brigade aus Bagdad werde die Sicherheitslage verbessern.

(ht/sda)

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