Anschlag in Islamabad - Zardari droht mit Vergeltung
publiziert: Sonntag, 21. Sep 2008 / 08:05 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 21. Sep 2008 / 08:41 Uhr

Islamabad - Nach dem schweren Bombenanschlag auf ein Hotel in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad hat Präsident Asif Ali Zardari den Attentätern mit Vergeltung gedroht. Die Regierung lasse sich von Terroristen nicht einschüchtern.

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«Terrorismus ist ein Krebsgeschwür in Pakistan. Und wir sind entschlossen, das Land von diesem Krebsgeschwür zu befreien», sagte Zardari in einer Fernsehansprache.

Auch die USA, die EU und UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilten das Attentat, bei dem nach Berichten pakistanischer Medien mindestens 60 Menschen getötet und 257 weitere verletzt wurden.

US-Präsident George W. Bush sicherte der pakistanischen Regierung die Unterstützung der USA im Kampf gegen den Terrorismus und bei der Verfolgung der Hintermänner des Anschlags zu.

Verletzte in kritischem Zustand

Auch am Sonntagmorgen wurde in Islamabad noch mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen gerechnet, da viele der Verletzten in kritischem Zustand seien. Der Nachrichtensender Aaj sprach von insgesamt sieben getöteten Ausländern.

Laut dem Weissen Haus ist unter den Opfern mindestens ein US-Bürger. Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hatte zunächst keine Angaben über mögliche Schweizer Opfer.

Marriott-Hotel in Flammen

Wie der pakistanische Sender Geo-TV unter Berufung auf Polizeiangaben berichtete, war ein mit etwa 1000 Kilogramm Sprengstoff beladener Lastwagen vor das schwer bewachte Marriott-Hotel gerast, nachdem ein kleineres Fahrzeug zuvor die Sicherheitsabsperrungen vor dem Komplex durchbrochen hatte.

Durch die gewaltige Explosion seien auch Gasleitungen beschädigt worden, wodurch dann nahezu das gesamte Hotel binnen kurzer Zeit in Flammen gestanden habe.

Die gewaltige Detonation riss einen mehr als drei Meter tiefen Krater in die Strasse vor dem Hotel. Rezeption und Teile der Fassade wurden zerstört.

Schwere Zeiten für Pakistan

Das Marriott-Hotel liegt in einer Hochsicherheitszone im Stadtzentrum von Islamabad, nur etwa 500 Meter von den Residenzen des Präsidenten und des Regierungschefs entfernt.

Die Explosion sorgte für Panik im Haus von Premier Yousaf Raza Gilani, der anlässlich des muslimischen Fastenmonats Ramadan Gäste zum Fastenbrechen eingeladen hatte, berichtete ein Reporter des Fernsehsenders DawnNews.

Der schwere Anschlag droht das Land weiter ins Chaos zu stürzen, das unter innenpolitischer Instabilität und eine Welle von Anschlägen islamistischer Aufständischer leidet.

In den vergangenen zwölf Monaten kamen fast 1200 Menschen bei Attentaten in Pakistan ums Leben. Die fundamentalistischen Rebellen finden im von den Behörden nicht kontrollierten Nordwesten des Landes Unterschlupf.

(bert/sda)

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