«Anstands-Brigade» ab Montag unterwegs
publiziert: Donnerstag, 7. Dez 2006 / 18:24 Uhr

Genf - Eine «Anstands-Brigade» soll ab kommenden Montag in Genf Streitigkeiten in der Öffentlichkeit schlichten. Sie besteht aus zwölf ehemaligen Arbeitslosen, die in den Parks, den Schulhöfen und auf Märkten unterwegs sein werden.

Die Brigade soll zu Sauberkeit anhalten und Konflikte entspannen.
Die Brigade soll zu Sauberkeit anhalten und Konflikte entspannen.
Die Angehörigen der «Anstands-Brigade» (agents de civilité) tragen keine Uniform, wie die Stadt Genf mitteilte. Dahinter steht die Überlegung, dass diese in gewissen Fällen hinderlich sein könnte. Ohne Uniform könnten Interventionen in Konfliktfällen auf Augenhöhe geschehen.

Erkennbar sind die Mitglieder der «Anstands-Brigade» an einem Badge, den sie an der Jacke tragen. Die zwölf Männer werden während der ganzen Woche unterwegs sein. Sie haben eine besondere Ausbildung in Konfliktlösung hinter sich.

«Grosser Bruder»

Die Idee einer «Anstands-Brigade» sei seit einiger Zeit in der Luft gelegen, sagte Antonio Pizzoferrato, Leiter der zuständigen Dienste der Stadt, vor den Medien. In erster Linie müssten die zwölf Männer informieren und Prävention betreiben.

Die Angehörigen der Brigade sollen eine Art «grosser Bruder» sein und die Bevölkerung dazu anhalten, die öffentliche Ruhe zu respektieren sowie die Parks und Höfe sauber zu halten. Sie sollen ausserdem Konflikte entspannen und bei Streitereien eingreifen.

Gut 100 Kandidaten

Längerfristig will die Stadt Genf die «Anstands-Brigade» auf 30 Personen ausweiten. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Arbeitsamt umgesetzt. Rund 100 Kandidaten bewarben sich für die zwölf Posten.

(ht/sda)

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