UNO Rassismus-Konferenz
Anti-Rassismus-Konferenz findet versöhnliches Ende
publiziert: Freitag, 7. Sep 2001 / 19:33 Uhr

Durban - Bei der Anti-Rassismus-Konferenz in Durban ist der Weg für einen erfolgreichen Abschluss offenbar frei. Nach tagelangem Streit um strittige Nahost-Passagen der Abschlusserklärung lenkte das arabische Lager ein. Auch im Streit um die Wertung des Kolonialismus zeichnete sich ein Kompromiss ab.

Nach dem Ringen um strittige Nahost-Passagen der Abschlusserklärung lenkte das arabische Lager ein. Das meldete die südafrikanische Nachrichtenagentur Sapa am Freitagabend. Die islamischen Staaten hätten erklärt, sie würden die Abschlusserklärung nicht blockieren.

Die Gleichsetzung von Rassismus und Zionismus in einem ersten Text für die Abschlusserklärung der Konferenz hatten die westlichen Staaten als nicht hinnehmbar zurückgewiesen. Die arabischen Staaten hatten die Europäer deshalb beschuldigt, nicht flexibel zu sein.

Israel und die USA hatten ihre Delegationen schon zu Beginn der Woche zurückgezogen. Frankreich drohte am Mittwoch mit der Heimreise. Südafrika hatte schliesslich einen Vorschlag gemacht, dem die arabischen Staaten "mit Einschränkungen" zustimmen konnten.

Kolonialismus und Schuldfrage

Auch bei der zweiten Kontroverse war ein Kompromiss kurz vor Abschluss der achttägigen Konferenz in greifbarer Nähe. Die EU stimmte einem Passus zu, der eine Entschuldigung für Sklaverei und Kolonialismus beinhaltet. Entschädigungszahlungen sowie die Bezeichnung von Sklaverei und Kolonialismus als Verbrechen gegen die Menschlichkeit lehnt die EU nach den Worten eines Sprechers aber weiterhin ab.

Die afrikanischen Staaten, Australien und Neuseeland sowie einige andere Länder unterstützten den Kompromiss-Vorschlag. Lateinamerika stehe noch aus, sagte Generaldirektor Sipho Pityana am Abend in Durban.

Schweiz zieht Bilanz

Kurz vor Abschluss der Weltkonferenz gegen Rassismus haben Mitglieder der Eidg. Kommission gegen Rassismus (EKR) eine positive Bilanz gezogen. Die Vorschläge der Schweiz seien auf positives Echo gestossen und in die Texte eingeflossen. Dazu gehörten unter anderem, dass Schule und Ausbildung ohne Segregation gewährleistet würden.

Die Schweiz habe sich an der Konferenz vermittelnd und prominent positionieren können und man wolle die Resultate der Weltkonferenz in der Schweiz umsetzen, hiess es weiter.

Amnesty Interantional zufrieden

Die Weltkonferenz gegen Rassismus hat nach Ansicht von Amnesty International (AI) trotz aller politischen Turbulenzen wichtige Ergebnisse gebracht. Das Ausmass des Rassismus werde durch die Konferenz so deutlich wie nie, heisst es in einer am Freitag in London veröffentlichten Erklärung der Menschenrechtsorganisation.

Erstmals seien in Durban die Leiden von Gruppen wie die Unberührbaren in Indien, Roma und Sinti, Tibeter, Urvölker sowie Flüchtlinge, Frauen, Homosexuelle und unter Besatzung lebende Menschen auf die Welt-Agenda gesetzt worden.

(sda)

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