Gesundheitsschädlich?
Antibakterieller Stoff nutzt Algen statt Silber
publiziert: Mittwoch, 1. Okt 2014 / 09:12 Uhr
Denn Untersuchungen zufolge tötet die aktive Substanz 99,99 Prozent aller Bakterien vom Typ Staphylococcus aureus ab.
Denn Untersuchungen zufolge tötet die aktive Substanz 99,99 Prozent aller Bakterien vom Typ Staphylococcus aureus ab.

Stockholm - Antibakterielle Gewebe nutzen bislang oft Silberionen, die selbst als potenziell gesundheitsschädlich gelten.

3 Meldungen im Zusammenhang
Daher setzen Forscher an der schwedischen Königlichen Technischen Hochschule (KTH) nun auf die in Rotalgen vorkommende Substanz Lanosol als sicherere Alternative.

Einsatz in Spitälern

Das Team hat ultradünne Kunststoff-Fäden gefertigt, die gleichmässig von dieser Verbindung durchsetzt sind. Gewebe aus diesem Material könnten beispielsweise für Spitäler interessant sein. Denn Lanosol ist wirksam gegen Staphylokokken, die für viele Krankenhausinfektionen verantwortlich sind.

Silberionen sind für ihre antibakterielle Wirkung bekannt und haben daher selbst schon in Smartphone-Glas Einzug gehalten. Allerdings ist der Einsatz von Silber umstritten, beispielsweise hat in Schweden eine nationale Behörde das Edelmetall selbst als Gesundheitsrisiko eingestuft.

Doch antibakterielle Stoffe sind beispielsweise für die Prävention von Krankenhausinfektionen sinnvoll. Hier kommen die neuen KTH-Fäden mit dem Naturprodukt Lanosol als mögliche Silber-Alternative ins Spiel.

Dünner als ein Haar

Das Team um den KTH-Polymerforscher Mikael Hedenqvist hat ein Verfahren namens «Electrospinnen» genutzt, um einen biokompatiblen Kunststoff und Lanosol zu verarbeiten. «Das produziert sehr dünne Fäden, mit einer Dicke von etwa einem Hundertstel der eines menschlichen Haares», so Hedenqvist.

Das hat den Vorteil, dass ein Gewebe aus dem Faden eine grosse Wirkfläche hat, dank der es effektiver Bakterien abtötet. Zudem verteilt sich die Substanz gleichmässig, während silberhältige Partikel oft Klumpen bilden. Daher hat der Faden auch gute mechanische Eigenschaften. Er ist für gewobene wie ungeordnete Materialien geeignet.

Auslöser von Krankenhausinfektionen

Hedenqvist zufolge könnten die neuen Fäden in Zukunft beispielsweise für Luftfilter oder in Textilien in Krankenhäusern zum Einsatz kommen. Denn Untersuchungen zufolge tötet die aktive Substanz 99,99 Prozent aller Bakterien vom Typ Staphylococcus aureus ab. 

Diese Spezies ist einer der häufigsten Auslöser von Krankenhausinfektionen, zudem treten zunehmend Antibiotika-Multiresistente Stämme auf. Entsprechend gross ist der potenzielle Nutzen von antimikrobiellen Stoffen, die eine Ausbreitung dieser Bakterien verhindern.

(awe/pte)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Ein neuer Mix aus drei Antibiotika, die ... mehr lesen
Forscher entdecken Medikamente die eine gute Mischung erzeugen.
Bern - Ein internationales Forscherteam unter Berner Leitung hat eine Substanz entwickelt, um bakterielle Infektionen ohne Einsatz von Antibiotika zu behandeln. Die Forscher hoffen, dass damit künftig Antibiotika-Resistenzen vermieden werden können. mehr lesen 
Die Zellmembran des Bakteriums Escherichia coli wird angegriffen.
Graz - Forscher der Universität Graz ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Einschulung.
Einschulung.
Publinews    Wenn man von optimaler Begleitung von Schulkindern spricht, denken wohl die wenigsten Menschen an einen Schulthek. Der Inbegriff der Begleitung liegt immer noch im Mutter- oder Vaterbegriff begraben. mehr lesen  
Der Sehsinn gilt als wichtigster Sinn des Menschen. Rund 90 Prozent aller Umwelteindrücke hängen von den Augen ab. Trotzdem steigt die Anzahl an fehlsichtigen Menschen seit einigen Jahren auf der ganzen Welt an. Ganz besonders seit der Digitalisierung. mehr lesen  
ZHAW - Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften  Bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen belegt die Schweiz im internationalen Vergleich die hinteren Plätze. Um Ränge gutzumachen, müssten Entscheidungsträger den digitalen Wandel aktiver mitgestalten, so das Fazit einer neuen ZHAW-Studie. mehr lesen  
Publinews Der Fachbegriff im Bereich der Medizin für eine Bindehautentzündung lautet Konjunktivitis. Diese entsteht selten durch eine Infektion. In den meisten ... mehr lesen  
Nur ein Augenarzt kann eindeutig feststellen, ob es sich um eine allergische Bindehautentzündung handelt.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich -2°C 3°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel -3°C 8°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
St. Gallen -1°C 8°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Bern -3°C 3°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
Luzern -2°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Genf 0°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
Lugano 1°C 9°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten