Untersuchungen am Lago Maggiore liefern Nachweis
Antibiotikaresistenz: Ökosystem dient als Speicher
publiziert: Mittwoch, 22. Jul 2015 / 14:43 Uhr
Der massive und unkontrollierte Einsatz von Antibiotika hat in vergangener Zeit zu einem deutlichen Anstieg der durch resistente Bakterien ausgelösten Todesfälle geführt.
Der massive und unkontrollierte Einsatz von Antibiotika hat in vergangener Zeit zu einem deutlichen Anstieg der durch resistente Bakterien ausgelösten Todesfälle geführt.

Verbania - Krankheitserregende Baktrienstämme können je nach den Bedingungen ihres natürlichen Habitats eine mehr oder weniger starke Antibiotikaresistenz entwickeln.

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Das hat das zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörende Istituto per lo Studio degli Ecosistemi in seiner neuesten Studie zur Resistenz gegen Antibiotika herausgefunden.

Gefahr von Pandemien

Der massive und unkontrollierte Einsatz von Antibiotika hat in vergangener Zeit zu einem deutlichen Anstieg der durch resistente Bakterien ausgelösten Todesfälle geführt. Dadurch entstehen den nationalen Gesundheitsdiensten jedes Jahr hohe Kosten. Es besteht die Gefahr, dass sich in Europa nicht mehr bekämpfbare Pandemien ausbreiten.

«Die genaue Kenntnis unserer natürlichen Umgebung ist sehr wichtig, da die gegen Antibiotka resistenten Bakterien sich nicht nur in ihr entwickeln, sondern auf Dauer einer Selektion unterliegen und somit eine erhöhte Widerstandsfähigkeit bilden», so Projektleiter Andrea Di Cesare. Sie biete den richtigen Weg, um die Wirksamkeit neuer Antibiotika und den sinnvollen Gebrauch bestehender Antibiotika sicherzustellen.

Bisherige Waffen nutzlos

Das natürliche Habitat der patogenen Keime kann zur Verminderung der Wirksamkeit einer Antibiotika-Behandlung beitragen. Im Rahmen einer zweijährigen Untersuchung in den Wassern des Lago Maggiore wurden verschiedene Bakterienarten in Korrelation mit ökologischen und mikrobiologischen Variablen gestellt. Dabei hat sich gezeigt, dass sich dort ein grosser Bestand an Bakterienstämmen gebildet hat, die gegen bisher weit verwendete Antibiotika wie Tetrazykline und Solfonamide resistent sind.

Dies gilt laut den Forschern auch für Beta-Laktame und Aminoglykoside, die keinen direkten Zusammenhang mit bestimmten Umweltfaktoren aufweisen. Einzelheiten der wissenschaftlichen Untersuchung sind in der Fachzeitschrift «Molecular Ecology» unter dem Titel «Constitutive Presence of Antibiotic Resistance Genes within the Bacteria Community of a large Subalpine Lake» veröffentlicht.

(asu/pte)

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