Antisyrische Opposition gewinnt Parlamentswahlen
publiziert: Montag, 20. Jun 2005 / 21:10 Uhr

Beirut - In Libanon hat die antisyrische Opposition die Parlamentswahlen gewonnen. Bei der letzten Runde vom Sonntag im Norden errang das Bündnis um den Sohn des ermordeten früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri alle Sitze.

Der 35-jährige Hariri kündigte an, er wolle den Libanesen ihren "Wunsch nach Wandel" erfüllen.
Der 35-jährige Hariri kündigte an, er wolle den Libanesen ihren "Wunsch nach Wandel" erfüllen.
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Alle 28 Sitze, die im Norden des Landes zur Wahl standen, seien an das Bündnis von Saad Hariri gegangen, bestätigte Innenminister Hassan Sabaa in Beirut. Hariris Herausforderer, der frühere Regierungschef Michel Aoun, räumte seine Niederlage ein.

Damit stellt der Hariri-Block, dem auch Drusenchef Walid Dschumblatt angehört, 72 der 128 insgesamt Abgeordneten. 35 Mandate gingen an die pro-syrischen Schiiten Parteien Hisbollah und Amal sowie 21 an die Liste des erst vor einem Monat aus dem Pariser Exil zurückgekehrten Aoun.

Allerdings verfehlte das Oppositionsbündnis bei den ersten Wahlen seit dem Abzug der syrischen Truppen vor sieben Wochen eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament. Mit dieser hätte es den prosyrischen Präsidenten Émile Lahoud stürzen können.

Wunsch nach Wandel

Der 35-jährige Hariri kündigte an, sein Bündnis werde dafür arbeiten, den Libanesen ihren "Wunsch nach Wandel" zu erfüllen. Die künftige Regierung wird sich nach Einschätzung von Beobachtern aktiv gegen jede Einmischung des "Grossen Bruders" in Damaskus wehren.

Von einem Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten wollte der sunnitische Milliardärssohn noch nicht sprechen. Er werde zunächst Gespräche mit den unterlegenen Parteien führen, sagte Hariri. Sein Bündnis werde mit der gebotenen Umsicht vorgehen. Aoun erklärte dagegen: "Wir werden sie und die Hariri-Korruption" bekämpfen.

Die Ermordung von Ex-Regierungschef Hariri im Februar hatte seinen Sohn Saad innerhalb weniger Wochen in die politische Arena katapultiert. Das Attentat löste eine Protestbewegung aus, die den Abzug der Syrer, die 1976 während des Bürgerkrieges ins Land gekommen waren, beschleunigte.

Die EU und die USA "begrüssten" kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses die Wahlen. Gemeinsam werde nun darüber nachgedacht, eine internationale Konferenz einzuberufen.

(sl/sda)

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