Anwalt Adamows reicht Beschwerde ein
publiziert: Mittwoch, 18. Mai 2005 / 19:29 Uhr

Bellinzona - Der Schweizer Anwalt von Jewgeni Adamow hat Beschwerde gegen den Auslieferungshaftbefehl des Bundesamts für Justiz erhoben. Adamow ist der Auffassung, die Schweizer Behörden verstiessen gegen das Rechtshilfegesetz.

Adamow wolle in Russland die Vorwürfe der amerikanischen Ankläger widerlegen.
Adamow wolle in Russland die Vorwürfe der amerikanischen Ankläger widerlegen.
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In der Mitteilung des Anwalts heisst es weiter, der Inhaftierte gehe davon aus, dass seine funktionale Immunität als ehemaliger russischer Atomminister missachtet wurde. Dazu müsse sich aber erst die russische Regierung äussern, sagte der Schweizer Anwalt Adamows, Stefan Wehrenberg, auf Anfrage.

Die russische Regierung wende sich bald offiziell an die Schweizer Behörden, heisst es im Communiqué von Adamow. Deshalb sei er zuversichtlich, bald wieder in Russland zu sein. Dannzumal will Adamow die unbegründeten Vorwürfe der amerikanischen Ankläger widerlegen.

Die Beschwerde zuhanden des Bundesstrafgerichts in Bellinzona habe bis zum Entscheid keine Wirkung, sagte Wehrenberg. Wie lange nun das Bundesamt für Justiz BJ) Zeit für eine Stellungnahme erhält, liegt in der Kompetenz des zuständigen Richters.

Der Ex-Minister war am 2. Mai aufgrund eines Ersuchens der USA in Bern verhaftet worden. In den USA wurde gegen Adamow Anklage wegen Betrugs, Hehlerei, Geldwäscherei und Steuerbetrugs erhoben.

Adamow war 2001 von Russlands Präsidenten Wladimir Putin als Atomminister entlassen. Er war in die Schweiz eingereist, um einem Untersuchungsrichter, der gegen seine Tochter Irina Adamowa ermittelt, Auskunft zu geben. Bei dieser Befragung wurde er verhaftet.

Die Bundesanwaltschaft (BA) hat unterdessen den Fall der Tochter Irina Adamowa von den Berner Behörden übernommen.

Gegen Adamowa wird in der Schweiz wegen des Verdachts auf Geldwäscherei ermittelt. Der Fall wurde kurz vor März 2005 eröffnet. Im Rahmen der Ermittlungen wurden auf Antrag des Berner Untersuchungsrichters Urs Fuhrer Konten von ihr und einer Beraterfirma gesperrt.

(bert/sda)

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