Anzeichen für Tauwetter bei WTO-Konferenz in Cancún
publiziert: Samstag, 13. Sep 2003 / 07:48 Uhr

Cancún - Die WTO-Konferenz in Cancún soll nicht scheitern. Aus diesem Grund haben die Europäische Union und die USA den Entwicklungsstaaten der G-21-Gruppe Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Die Polizei ist rund um die Uhr im Einsatz.
Die Polizei ist rund um die Uhr im Einsatz.
Es gibt zumindest die Absicht, alle betroffenen Parteien einzubeziehen oder zufriedenzustellen, sagte Brasiliens Aussenminister Celso Amorim am Freitagabend (Ortszeit).

Er und andere G-21-Vertreter hatten sich zuvor mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Zoellick und EU-Handelskommissar Pascal Lamy getroffen. Es wird damit gerechnet, dass am Samstagvormittag ein Kompromissvorschlag vorliegen könne. Dann wird auch eine weitere Grossdemonstration gegen die WTO erwartet.

Die G21 mit Brasilien, Indien und China an der Spitze fordern im Agrarbereich einen weitergehenden Abbau von Exportsubventionen, Direkthilfen und Zöllen als von der EU und den USA angeboten.

Das war ein sehr nützliches Treffen, bei dem die Positionen der Mitgliedsstaaten auf den Tisch gelegt und geklärt wurden, sagte Zoellick-Sprecher Richard Mills der Nachrichtenagentur afp. Ecuadors Aussenhandelsministerin Yvonne Huez de Baki betonte: Dieses Treffen war weniger schwierig, als wir gedacht hatten.

Vor der Zusammenkunft war die Stimmung zwischen den Kontrahenten gereizt gewesen. Die USA hatten in der Nacht zuvor massiven Druck auf einzelne G-21-Staaten ausgeübt. Brasilien verwahrte sich danach in einer Pressemitteilung gegen Angriffe auf einzelne Länder oder Gruppen.

Bei dem Treffen am Freitagabend wurden offenbar Verstimmungen ausgeräumt. Laut Amorim war es aber noch zu früh, um zu sagen, ob das Früchte tragen wird oder nicht.

(rr/sda)

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