Anzeigen gegen Gebrüder Schmidheiny abgewiesen
publiziert: Mittwoch, 27. Aug 2008 / 22:44 Uhr

Lausanne - Drei Glarner Strafverfahren gegen die Gebrüder Schmidheiny wegen Todesfällen durch die Asbestbelastung im Eternit-Werk in Niederurnen GL sind zu Recht eingestellt worden. Laut Bundesgericht sind allfällige Straftaten verjährt.

Auch in Italien läuft ein Strafverfahren gegen Thomas Schmidheiny.
Auch in Italien läuft ein Strafverfahren gegen Thomas Schmidheiny.
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Das Glarner Verhöramt hatte die Verfahren wegen fahrlässiger Tötung sowie vorsätzlicher Tötung und Körperverletzung gegen Thomas und Stephan Schmidheiny sowie weitere Personen aus dem Umfeld der Eternit AG und der SUVA 2006 eingestellt. Der Entscheid wurde vom Kantonsgericht 2007 bestätigt.

Es war zum Schluss gekommen, dass bei der Eternit AG die Produktion asbesthaltiger Rohre 1994 beendet worden sei. Allfällige Delikte seien damit verjährt. Das Bundesgericht hat die Beschwerden der Angehörigen zweier verstorbener Eternit-Arbeiter und eines verstorbenen Anwohners des Eternit-Werks nun abgewiesen.

Laut dem Urteil beginnt die Verjährung im Zeitpunkt zu laufen, wo der Täter die strafbare Handlung ausführt und nicht beim Eintritt der Folgen. Es sei zwar mehrfach kritisiert worden, dass eine Strafverfolgung nicht mehr möglich sei, wenn sich der Schaden des sorgfaltswidrigen Handelns beim Opfer erst nach Jahren zeige.

Anklage in Italien

In Italien läuft im Zusammenhang mit den Asbestfällen ebenfalls ein Strafverfahren. Der zuständige Turiner Staatsanwalt hat betreffend erkrankter Mitarbeiter in italienischen Eternitwerken Anklage gegen Stephan Schmidheiny erhoben.

In der Schweiz ist Asbest seit 1995 gänzlich verboten. Laut Schätzungen des Vereins für Asbestopfer sollen bis heute rund 100 ehemalige Mitarbeitende der Eternit-Werke in Niederurnen GL und Payerne VD an einer asbestbedingten Krankheit verstorben sein.

(bert/sda)

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