Chinesen verlangen noch mehr
Apple bietet 14 Mio. Franken für «iPad»
publiziert: Samstag, 12. Mai 2012 / 15:41 Uhr
Komplizierter Fall.
Komplizierter Fall.

Im Streit um die Namensrechte für das iPad in China soll Apple nach einem Zeitungsbericht 100 Millionen Yuan, umgerechnet 14 Millionen Franken, angeboten haben.

3 Meldungen im Zusammenhang
Das chinesische Unternehmen Proview Shenzhen, auf das die Markenrechte in China eingetragen sind, verlange aber 400 Millionen Yuan (56 Millionen Franken), berichtete die Pekinger Zeitung «Jinghua Shibao» (Beijing Times). Proview-Anwalt Ma Dongxiao wollte sich heute nicht zu den Berichten äussern. «Wir müssen Details der laufenden Gespräche geheim behalten», sagte der Anwalt der Nachrichtenagentur dpa in Peking.

Der Streit über den Namen des beliebten Tablets ist beim obersten Gericht der Südprovinz Guangdong anhängig. Der Richter hatte beiden Unternehmen aufgetragen, Vermittlungsgespräche aufzunehmen und Stillschweigen darüber zu bewahren. Der Anwalt sagte nur, dass es noch grosse Unterschiede zwischen dem Angebot von Apple und der Forderung von Proview gebe. Der Fall ist so kompliziert, weil es der US-Konzern gleich mit mehreren Proview Unternehmen zu tun hat, die an der pleitegegangenen Proview Holding in Hongkong hängen.

Der US-Konzern hatte die weltweiten Rechte für den Namen iPad 2009 über eine britische Mantelgesellschaft IP Applications Development (IPAD) für 35'000 britische Pfund (heute rund 52'300 Franken) von Proview Electronics aus Taiwan gekauft. In China gibt die dortige Schwesterfirma Proview Shenzhen heute aber vor, mit dem Geschäft nichts zu tun gehabt zu haben. Deswegen sind die iPad-Namensrechte für China bis heute unter Proview Shenzhen registriert. Proview hatte unter dem Namen IPAD einst einen Computer vorgestellt, der äusserlich an Apples erste iMacs erinnerte.

Keine zusätzliche Klage in Kalifornien

Diese Woche war Proview Taiwan in Kalifornien mit dem Versuch gescheitert, Apple mit einer zusätzlichen Klage in den USA unter Druck zu setzen. Proview warf Apple vor, das Unternehmen damals mit dem Verwendungszweck für den Markennamen getäuscht zu haben. Das Gericht folgte aber der Auffassung von Apple, dass die Streitigkeiten gemäss dem damaligen Vertrag in Hongkong und nicht in den USA ausgefochten werden müssten.

Apple sieht sich in dem Streit auch mächtigen chinesischen Banken gegenüber, die hinter dem finanziell ebenfalls schwer angeschlagenen Proview Shenzhen stehen, weil sie Forderungen in zweistelliger Millionen-Dollar-Höhe eintreiben wollen. Zu den Gläubigern gehören die Bank of China und die Minsheng Bank.

(Steffen Herget/teltarif.ch)

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