Handelsembargo geltend gemacht
Apple diskriminiert Kundin aufgrund von Sprache
publiziert: Donnerstag, 21. Jun 2012 / 08:31 Uhr / aktualisiert: Montag, 25. Jun 2012 / 21:37 Uhr
Angestellter im US-Store beruft sich auf Handelsembargo.
Angestellter im US-Store beruft sich auf Handelsembargo.

Alpharetta - Einer US-Bürgerin mit iranischer Abstammung wurde in einem Apple-Store im US-Bundesstaat Georgia angeblich die Bedienung verweigert, wie die Huffington Post berichtet.

1 Meldung im Zusammenhang
Der verantwortliche Angestellte hatte gehört, wie die 19-Jährige mit ihrem Onkel Farsi sprach. Als die verhinderte Kundin auf Nachfrage angab, dass es sich um die Amtssprache des Iran handelt, verwies der Verkäufer sie des Ladens. Als Begründung führte der übereifrige Mitarbeiter die offiziellen Geschäftsbedingungen von Apple an, die ein Handelsembargo gegen den Iran beinhalten: «Ich kann Ihnen nichts verkaufen. Die Beziehung zwischen unseren Ländern sind schlecht.»

«Idioten in Belegschaft»

«Ein Embargo greift hier sicher nicht, da es sich um eine US-Bürgerin handelt. Die Geschäftsbedingungen von Apple decken solches Verhalten keinesfalls. Jedes Unternehmen hat einen gewissen Bodensatz an Idioten in seiner Belegschaft, der möglichst klein gehalten werden muss. Das eigenmächtige Fehlverhalten des Mitarbeiters hat keine negativen Konsequenzen für Apple, die Masse der Kunden weiss diese Nachricht einzuschätzen. Der Angestellte muss mit Sanktionen rechnen», sagt Unternehmensberater Bernd Höhne im Gespräch. Laut Recherchen des US-TV-Senders WSB-TV gibt es in der iranischen Community in Georgia weitere Berichte über ähnliche Fälle.

Die nationalen Medien haben sich nach Bekanntwerden ebenfalls auf diese Geschichte gestürzt und kritisieren die Diskriminierung von Kunden mit Migrationshintergrund. Wenn solche Praktiken Schule machen, würden als nächstes auch spanisch oder koreanisch sprechende Kunden Probleme bekommen, heisst es in Berichten. «Die Schlagzeile ist natürlich gut, ich bezweifle aber, dass dieser Fall überhaupt berichtenswert ist. Erst wenn solches Verhalten von oben angeordnet wird, hat so etwas Bedeutung. Ungeeignete Mitarbeiter komplett auszuschliessen, ist unmöglich», sagt Höhne.

Strenge Auflagen

Das Handelsembargo, auf das sich der Angestellte bezieht, ist von der US-Regierung verordnet. Die US-Embargos sind sehr streng und umfassen auch indirekte Verkäufe in die betroffenen Gebiete. «Apple hat keine legalen Möglichkeiten, waren in den Iran zu verkaufen. In anderen Fällen tendieren vor allem US-amerikanische Unternehmen manchmal dazu, eigene ethische Prinzipien aufzustellen und missionarisch zu verbreiten, indem sie beispielsweise Kunden die Bedienung verweigern», erklärt Höhne. Das sei bedenklich und im Fall von Grunddienstleistungen wie Zahlungsverkehr sogar untragbar.

«Trotzdem behalten sich Dienstleister wie PayPal und einige Banken das Recht vor, ihre Services auf Basis von ethischen Bedenken zu verweigern», sagt der Fachmann. An die Gesetze müssen sich die Unternehmen zwar halten, aber einem Kunden den Kredit zu verweigern, weil er mit dem Geld in Strip-Clubs geht, sei falsch.

(knob/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Sydney - Wegen irreführender Werbung für das neue iPad zahlt Apple in Australien eine Strafe von umgerechnet 2,16 Mio. ... mehr lesen
Apple muss zahlen.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 20
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Francesco Schettino: Weil er das Schiff ...
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. mehr lesen 
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für ... mehr lesen   3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Schweizer Sprayer  Wien - Mit einem Urteil von zehn Monaten unbedingte Haft ist am Wiener Straflandesgericht der Prozess gegen den Schweizer Sprayer ... mehr lesen  
Der Sprayer bestritt, das Fahrrad geklaut zu haben.
Titel Forum Teaser
 
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich -4°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel recht sonnig
Basel -2°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
St. Gallen 5°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Bern -6°C 5°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Luzern -4°C 6°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel recht sonnig
Genf -1°C 4°C Nebelleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel recht sonnig
Lugano 2°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten