Apple erschüttert die Handybranche
publiziert: Freitag, 5. Feb 2010 / 10:00 Uhr / aktualisiert: Freitag, 5. Feb 2010 / 11:01 Uhr

Düsseldorf/Barcelona - Die Handybranche leidet immer noch an den posttraumatischen Folgen des iPhone-Schocks. Nun droht auch den Netzbetreibern zumindest Schüttelfrost durch die von Apple-Chef Steve Jobs entfesselte App-Economy.

Die Handybranche sucht noch immer nach Antworten auf den iPhone-Schock.
Die Handybranche sucht noch immer nach Antworten auf den iPhone-Schock.
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«Der Erfolg des iPhones von Apple und der damit verbundenen Bezahlinhalte zeigen eindrucksvoll das ökonomische Potenzial, aber auch die Zerstörungskraft dieser Entwicklung», sagte Roman Friedrich, Telekommunikationsexperte des Beratungshauses Booz & Company in Düsseldorf. Traditionell skizziert sein Unternehmen die wichtigsten Trends des TK-Marktes im Vorfeld der Mobile World Conference in Barcelona.

Drastische Veränderung

«Ich habe als Berater der TK-Branche noch nie zuvor dramatischere Veränderungen erlebt. Was sich in den vergangenen 13 Jahren abgespielt hat, war relativ stabil und homogen. Was jetzt gerade passiert, ist eine komplette Neuordnung der TK-Welt und der Wertschöpfungsketten», so Friedrich. Apple habe mit dem iPhone in den vergangenen zwei bis drei Jahren einen völlig neuen Markt kreiert. Allein in den USA sei dadurch der Datenverkehr um den Faktor zehn angestiegen.

«Mit dem iPhone und möglicherweise mit dem iPad hat Apple eine umsatzträchtige Schnittstelle zum Kunden und verdient sowohl über die Hardware, als auch über Inhalte», erklärte Friedrich. Entsprechend würden die Umsatzanteile der Netzbetreiber schrumpfen, da sie mit den klassischen Sprach- und Datendiensten nicht mehr punkten können.

Die Musik spielt bei Software, Services, Inhalten und beim betreiberunabhängigen Handel. Auch beim Wettkampf um die mobile Kunden-Schnittstelle seien die Netzbetreiber deutlich zurückgeworfen worden. In der Frühphase des mobilen Webs vor drei Jahren lag der Anteil der TK-Konzerne in Grossbritannien noch bei 57 Prozent. Ein Jahr später schrumpfte er auf 22 Prozent.

Prekäre Situation für Netzbetreiber

«Gleichzeitig zwingt die rasant steigende Nachfrage nach Datenapplikationen zu ständigen Investitionen beim Netzwerkausbau. Das drückt weiter auf die Marge. Schliesslich erfordern sowohl feste als auch mobile Netze permanente Bandbreitenerweiterungen», sagte der TK-Experte von Booz. Hier werde das Dilemma der Netzbetreiber besonders deutlich: Während die Margen bei stetigem Investitionsbedarf gesunken sind, fahren marktfremde Player wie Apple die Gewinne ein.

«Die klassische TK-Branche gerät immer stärker in eine prekäre Situation. Wenn sie nicht weiter angestammtes Terrain verlieren will, muss sie jetzt konsequent in Innovationen, Inhalte und neue Geschäftsmodelle investieren», so das Fazit von Friedrich. Die Agenda für Netzbetreiber sei klar. Sie müssten an der App-Welle partizipieren.

Die Zahl der App-Downloads werde weltweit in den nächsten fünf Jahren von 1,4 Mrd. auf rund 19 Mrd. Euro steigen. Dieses Volumen bringe den Anbietern einen App-Umsatz von 17 Mrd. Euro ein. Zudem sollten Netzbetreiber über die Vermarktung eigener mobiler Werbeformen nachdenken und ihre Aktivitäten im Videogeschäft ausbauen. Notwendig seien zudem konvergente Betreibermodelle, eine radikale Kostenreduzierung und die Entwicklung zum «Smart Innovator».

(tri/pte)

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