Köpfhörer vom feinsten
Apple kauft Beats für drei Milliarden Dollar
publiziert: Donnerstag, 29. Mai 2014 / 07:54 Uhr
Die Beats sind unter der Haube - von Apple.
Die Beats sind unter der Haube - von Apple.

Cupertino - Apple kauft für insgesamt drei Milliarden Dollar den Kopfhörer-Hersteller Beats mit dem Streamingdienst Beats von Star-Rapper Dr. Dre und Musikproduzent Jimmy Iovine. Der Konzern bestätigte am Mittwochabend die mit Abstand grösste Übernahme der Firmengeschichte.

9 Meldungen im Zusammenhang
Apple hat es dabei nicht so sehr auf die Kopfhörer abgesehen, sondern vor allem auf den rasant wachsenden Markt für das Streamen von Musik aus dem Internet. Hier hat Apple bislang das Nachsehen, und Beats ging Anfang des Jahres mit einem hochgelobten Dienst an den Start.

Beats ist für seine Kopfhörer mit dem markanten roten «b» bekannt. Die Übernahme soll nach Apple-Angaben im vierten Geschäftsquartal abgeschlossen werden. Die Begründer von Beats, Dr. Dre und Iovine, werden künftig zum Apple-Topmanagement gehören.

Konkurrenz für Spotify & Co.

Apple kauft sich mit Beats eine Eintrittskarte ins Geschäft mit Abo-Diensten, bei denen man für einen monatlichen Festbetrag Millionen Songs abrufen kann. In diesem Bereich gilt die schwedische Firma Spotify als treibende Kraft, hat aber auch viele Konkurrenten.

Bei den Abo-Streamingdiensten gibt es derzeit das grösste Wachstum in der Musik-Branche, während die Downloads ihren Höhepunkt scheinbar überschritten haben. Das Streaming-Geschäft ist derzeit aber noch viel kleiner als der CD-Verkauf oder das Herunterladen von Musik, bei dem Apple besonders stark ist. Spotify hat nach jüngsten Angaben 10 Millionen zahlende Kunden und 30 Millionen Gratis-Nutzer.

Streamingdienst als Priorität

Apple-Chef Tim Cook versicherte in einem Interview mit der «Financial Times», die Apps des Beats-Musikdienstes für Geräte mit dem Google-System Android und Microsofts Windows Phone werde es auch weiter geben. Bei dem Deal gehe es nicht darum, was Apple und Beats heute machten, sondern darum, was sie in Zukunft zusammen erreichen könnten, sagte Cook dem Technologieblog «Recode».

In der Pressemitteilung wurde der Streamingdienst von Beats an erster Stelle genannt, womit die Prioritäten klar sein dürften. Vom Kaufpreis werden 2,6 Mrd. Dollar sofort fällig und die restlichen 400 Mio. Dollar zu einem nicht genannten späteren Zeitpunkt.

Erste Spekulationen über Apple und Beats waren vor drei Wochen aufgetaucht. Damals wurde in Medienberichten noch ein Preis von 3,2 Milliarden Dollar genannt. Die «New York Post» schrieb kurz vor der offiziellen Bekanntgabe des Deals, der Preis habe sich auf drei Milliarden reduziert, nachdem Informationen über den Kundenstamm des Beats-Musikdienstes durchgesickert waren. Demnach hatte Beats im März gerade einmal etwas über 110'000 Streaming-Kunden.

Freund des verstorbenen Jobs

«Ich wusste in meinem Herzen immer, dass Beats zu Apple gehörte», wird Iovine in Apples Pressemitteilung zitiert. Der 61-Jährige ist eine schillernde Figur der Musikbranche. In den 70er Jahren war er ein Aufnahmeingenieur für John Lennon, später produzierte er Musik unter anderem für U2 und wurde schliesslich Musik-Manager.

Iovine ist als ein Freund des 2011 verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs bekannt und soll ihm seinerzeit mit einigen Deals in der Musikbranche geholfen haben.

Apple sitzt auf einem Geldberg von rund 150 Mrd. Dollar und hatte noch nie annähernd soviel Geld für eine Übernahme ausgegeben. Der bisher grösste Deal war der Kauf von Jobs' Firma NeXT für gut 430 Mio. Dollar Ende 1996. Das Geschäft brachte den charismatischen Gründer Jobs zum damals notleidenden Konzern zurück.

Apple steht immer mehr unter Druck, sein Wachstum mit weiteren Innovationen zu befeuern. Der Konzern verdient vor allem mit dem iPhone Geld, aber der Smartpone-Markt ist zunehmend gesättigt. Kritiker werfen Apple vor, wegen eines Mangels an Innovationen sein wertvolles Image als Technologie-Vorreiter zu verspielen.

(awe/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Cupertino/München - Computergigant Apple hat sich den in München ansässigen Software-Spezialisten Metaio einverleibt. mehr lesen
AR-Bedienungsanleitung für Volkswagen von Metaio.
New York - Nach dem grossen Erfolg von HipHop-Mogul Dr. Dre mit seinen Beats-Kopfhöreren will nun Branchenkollege 50 Cent den ... mehr lesen
50 Cent hatte wohl eine neue Geschäftsidee.
Bose habe seit über 30 Jahren an der Technologie zur aktiven Geräuschunterdrückung geforscht und viele Patente dafür angehäuft.
New York - Die EU-Kommission hat ... mehr lesen
Cupertino - Apple bleibt dank starker Verkäufe seiner iPhones eine Geldmaschine. Im vergangenen Quartal machte der ... mehr lesen
Apples Umsatzgarant iPhone.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Musik-Streaming-Dienste bieten Zugang zu einer riesigen Palette von Songs.
New York - Die Konkurrenz unter den Musik-Streaming-Diensten im Internet ... mehr lesen
San Francisco - Apple hat am Montag ein neues Betriebssystem für seine Mac-Computer vorgestellt. Es trägt den Namen ... mehr lesen
Neuer Look, neue Funktionen: Apple OS X Yosemite.
Dr. Dre hat trotz allem immer noch genug Kohle, um damit anzugeben.
Die Menschen, die Hip-Hop-Mogul Dr. Dre (49) schon als Milliardär gefeiert haben, ... mehr lesen
Cupertino - Apple steht Medienberichten zufolge vor der grössten Übernahme der Firmengeschichte. Der ... mehr lesen
Beats könnte schon bald Apple gehören.
Yello: Dieter Meier und Boris Blank.
Yello: Dieter Meier und Boris Blank.
Premiere  Zürich/Berlin - Das Schweizer Electro-Pop-Duo Yello läutet 38 Jahre nach seiner Gründung eine neue Ära ein. Ende Oktober wagen Boris Blank und Dieter Meyer erstmals jenen Schritt, den sie in der Vergangenheit stets kategorisch ausgeschlossen hatten: die Live-Darbietung ihrer Musik. 
Tränen und Krankheit  Popstar Ariana Grande musste schweren Herzens eine Show in Portugal canceln.  
Per Instagram veröffentliche Ariana Grande die Konzertabsage.
Nacktfoto-Hacker bekennt sich schuldig Los Angeles - Ein 36-jähriger US-Amerikaner, der sich illegal Zugang zu E-Mail-Konten von Promis verschaffte, hat ...
Ariana Grande lässt sich nicht abstempeln Auf der Suche nach einer Schublade für Popsternchen Ariana Grande? Das kann ...
piratenradio.ch Retro-Soul  Vom Küchenchef zum «Screaming Eagle of Soul»: Charles Bradleys Karriere ist die ...  
Titel Forum Teaser
  • jorian aus Dulliken 1752
    SRG: Eishockey & und der ESC Wer am Leutschenbach nicht gehorcht, muss den ESC oder die Eishockey WM ... Fr, 13.05.16 05:44
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3941
    Die... Entscheidung von A. Merkel ist völlig richtig: -Sie ist juristisch ... So, 17.04.16 14:13
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3941
    Komiker... Böhmermann wird vermurlich, damit die Türkei-Deal-Marionetten in Berlin ... Di, 12.04.16 13:37
  • Bogoljubow aus Zug 349
    Sind Sie sicher dass es nicht Erdowann oder gar Erdowahn heisst? So, 03.04.16 10:47
  • HeinrichFrei aus Zürich 431
    Zürich: von «Dada» zu «Gaga» Die «Dada» Veranstaltungen in Zürich zeigen, dass «Dada» heute eher zu ... Mo, 15.02.16 22:51
  • Midas aus Dubai 3810
    Finde den Unterschied Ah ja, wieder der böse Kapitalismus. Wie gesagt, haben Sie ein besseres ... Mo, 01.02.16 02:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1764
    Schöner kann man's nicht erklären «Es handelt sich hier um ausserordentlich sensible Figuren. Da ist zum ... So, 31.01.16 16:48
  • Pacino aus Brittnau 724
    Stimmt . . . Als Selbstständiger ist Polo definitiv auf jeden Franken angewiesen. Es ... Do, 21.01.16 17:26
art-tv.ch Gotthard. Ab durch den Berg Das Forum Schweizer Geschichte in Schwyz zeigt die Tunnelbauten ...
Felix Steinbild
news.ch hört sich jede Woche für Sie die interessantesten neuen CDs an und stellt sie Ihnen hier ausführlich vor.


Online hören

Play
PlayerEQ
Mit Flash Player hören
Mit dem eigenen Player hören

Jetzt läuft

timer

Letzte 10 Titel

timer
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 13°C 19°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
Basel 14°C 19°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 12°C 17°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Bern 12°C 18°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Luzern 13°C 20°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Genf 12°C 17°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen wechselnd bewölkt
Lugano 14°C 20°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich Gewitter möglich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten