Apple löst sich von Microsoft
publiziert: Mittwoch, 8. Jan 2003 / 21:39 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 8. Jan 2003 / 22:17 Uhr

San Francisco - Apple-Chef Steve Jobs stellte am Dienstag einen Webbrowser vor, der sich als Alternative zum Internet Explorer von Microsoft präsentiert. Dies soll nur ein erster Schritt zur vollständigen Befreiung aus der Microsoft-Abhängigkeit sein.

"Safari ist drei Mal schneller als der Internet Explorer", sagte Steve Jobs.
"Safari ist drei Mal schneller als der Internet Explorer", sagte Steve Jobs.
Ausserdem bringt Apple ein Präsentationsprogramm auf den Markt, das mit Microsofts "PowerPoint" im Wettbewerb steht. "iLife" soll dann schliesslich noch Apple's Programme, mit denen man Musik, Fotos und Videos bearbeiten und archivieren sowie DVD erstellen kann, zu einem Softwarepaket bündeln.
Bei den Computer-Betriebssystemen sind Apple (Mac OS) und Microsoft (Windows) Konkurrenten. Der weltgrösste Softwarekonzern unterhält aber auch eine eigene "Mac Business Unit" in Kalifornien, die Software für das Apple-System entwickelt und profitabel vermarktet.

Mit neuem Browser gegen den Explorer
In der wechselhaften Beziehung zwischen den beiden Firmen hatte Microsoft zeitweise damit gedroht, die Entwicklung von Programmen (Office, Internet Explorer) für das Mac OS einzustellen, wenn Apple in bestimmten Punkten Microsoft nicht entgegen kommt. Beim Webbrowser "Safari" greift Apple jetzt auf Entwicklungen aus der Szene rund um das freie Betriebssystem Linux zurück. Der Kern von "Safari" beruht auf dem Linux-Webbrowser "Konqueror", der in den vergangenen Monaten auch mit Hilfe von Apple-Ingenieuren als offene Software ("Open Source") weiter entwickelt wurde.
Mit zwei neuen Notebooks setzt sich Apple nach den Worten von Jobs erneut weltweit an die Spitze bei der Entwicklung tragbarer Rechner. Zwei Jahre nach der Einführung der Apple PowerBooks aus Titan bringt das kalifornische Unternehmen nun ein Notebook mit einem grossen 17-Zoll-Bildschirm aus gehärtetem Flugzeug-Aluminium auf den Markt. Gleichzeitig bietet Apple auch eine extrem kompakte Version des PowerBooks mit einem 12-Zoll-Bildschirm an, das nach Ansicht von Experten sehr gute Marktchancen hat.
Apple kündigte gleichzeitig ein verstärktes Engagement im Bereich der Video-Software an. Neben dem Einsteiger-Programm "iMovie", das kostenlos mit neuen Apple-Rechnern abgegeben wird, und dem Profi-Programm "Final Cut Pro" wird die Firma künftig "Final Cut Express" für den ambitionierten Video-Amateur anbieten. Apple konkurriert in diesem Bereich mit dem Unternehmen Pinnacle Systems.

(rr/sda)

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