Softwaredesign
Apples «Kitsch» scheidet die Geister
publiziert: Dienstag, 25. Sep 2012 / 14:23 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 25. Sep 2012 / 15:57 Uhr
«Gewohnte» Umgebung verkompliziert die Anwendung.
«Gewohnte» Umgebung verkompliziert die Anwendung.

Cupertino - Viele Experten, darunter ehemalige hochrangige Apple-Designer, kritisieren den Weg, den die Firma bezüglich des Aussehens seiner Software eingeschlagen hat, wie fastcodesign.com berichtet.

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Auch in der aktuellen Führungsriege soll die derzeitige Design-Politik nicht unumstritten sein. Vor allem der Trend zum Skeuomorphismus, der Verwendung von Elementen, die vertraute Assoziationen heraufbeschwören sollen, darüber hinaus aber keine Funktion haben, stösst auf Widerstand. Das beste Beispiel dafür ist Apples Hang zu simulierten Leder-, Holz- oder Filzoberflächen bei den Oberflächen seiner Software-Produkte.

«Ich sehe das anders: Apple geht konsequent den Weg der direkten Manipulation, sie kreieren elektronische Metaphern für Gegenstände aus der realen Welt, so ist ja auch der Desktop entstanden. Das ist aus einer Usability-Perspektive ein simpler und wirkungsvoller Ansatz. Das Aussehen ist zwar Geschmacksfrage, aber iOS ist Windows Phone in der Nutzbarkeit deutlich überlegen. Windows hat ein interessantes Design, aber die Gruppe der Technik-Uninteressierten wird Microsoft aufgrund der komplizierteren Bedienung nicht erreichen», sagt Norbert Zellhofer von Interface Consult.

Jobs Idee

So sehr Apple für sein Hardwaredesign immer wieder gelobt wird, auf der Softwareseite sind die Entscheidungen der vergangenen Jahre durchaus umstritten. Die Verwendung von Grafikelementen, die an Glas oder gebürstetes Chrom erinnern sollen, ist laut einigen Fachleuten nicht nur ästhetisch zweifelhaft, sondern behindert sogar die Funktionalität. Design-Metaphern wie Apples digitales Bücherregal, das zur Organisation der E-Books dient, sind dieser Logik nach für neue Nutzer schlichtweg nicht mehr notwendig, um zu begreifen, wie ein Programm funktioniert. «Das ist visuelle Masturbation», sagt ein ehemaliger Apple-Interface-Designer.

Steve Jobs war ein glühender Verfechter von Skeuomorphismen. Das digitale Lederimitat, das iCal ziert, basiert auf einer Oberfläche in Jobs Privatjet. Apples «Game Center», das mit seinen Oberflächen aus digitalem Holz und grünem Filz an ein Casino erinnern soll, ist ein Vermächtnis des verstorbenen Apple-Gurus. Aber selbst innerhalb von Apple ist der Ansatz nicht unumstritten. Viele Verantwortliche sind der Meinung, dass Apple bereits zu weit gegangen ist. Im Falle des digitalen Bücherregals argumentiert Designer Yves Behar, dass die Anlehnung an ein reales Bücherregal keine praktische Lösung ist.

Gegenentwurf Windows

«Es funktioniert nicht wie ein echtes Bücherregal. Das verwirrt mein Gehirn. All der visuelle Lärm ist nicht nützlich», so der Experte. Auch andere Designer sind der Meinung, dass es Zeit ist, die Konzepte aus der analogen Welt zurückzulassen und stattdessen Software zu designen, die ohne Skeuomorphismen funktioniert. Digitale Adressverwaltungen im Design eines Rolodex machen keinen Sinn mehr, in einer Zeit, in der die meisten User nicht einmal mehr wissen, was ein Rolodex ist.

Gute Noten erhält in diesem Punkt der Apple-Konkurrent Microsoft. Die drastischen Änderungen im Design des neuen Windows stossen bei Designern auf viel Gegenliebe und sind für viele ein Gegenentwurf zum als überladen geltenden Design von Apples Software. Mehrere Design-Experten haben das simple Aussehen von Windows 8 bereits gelobt.

(bert/pte)

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Auch ein Fehler der die Konkurrenz von Apple ständig macht. Fehlende Kontinuität.
Wenn man das erste iPhone zur Hand nimmt erkennt man es sofort als Apple iPhone, selbst viele Standard Apps sind immer noch gleich mit kleinen Veränderungen.

Ausserdem, wenn ich das App Symbol mit dem Bücherregal sehe, was denke ich dann wohl verbirgt sich hinter dieser App.

Skeuomorphismen wie das offenbar genannt wird machen doch Sinn, wenn man die Intuition der Leute aktivieren will.

Praktischer jeder denn ich kenne, der mal ein iPhone hatte und zu Samsung oder Nokia Smartphones gewechselt hat, wechselte wieder zu Apple oder hat es vor.

Die ganzen HTC Geräte die wir in der Firma hatten gaben wir schnell wieder ab und ersetzten sie durch iPhones 4, weil einfach zuviele qualitative Mängel auftraten und der Service lausig war.
Ist hingegen mal ein Akku eines iPhones plötzlich tod, was auch schon ein paar Mal vorgekommen ist, geht man an die Genius Bar im Apple Shop und läuft dann meistens ohne grossen Aufwand mit einem neuen iPhone wieder raus, Gratis natürlich.
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