Gewalt gegen eigenes Volk
Arabische Liga schliesst Syrien aus
publiziert: Samstag, 12. Nov 2011 / 14:59 Uhr / aktualisiert: Samstag, 12. Nov 2011 / 17:07 Uhr
Bashar al-Assad lässt seit Monaten sein eigenes Volk niederschiessen.
Bashar al-Assad lässt seit Monaten sein eigenes Volk niederschiessen.

Kairo - Die Arabische Liga hat Syrien als Reaktion auf die fortdauernde Gewalt gegen Oppositionelle von ihren Treffen ausgeschlossen. Der Aussenminister Katars, Scheich Hamad bin Dschasim al-Thani, sagte am Samstag nach einem Krisentreffen in Kairo, die Entscheidung trete am Mittwoch in Kraft.

6 Meldungen im Zusammenhang
Der Ausschluss gelte solange, bis die Führung in Damaskus den vor zehn Tagen vereinbarten Friedensplan auch umsetze und die Gewalt im Land beende. Ausserdem rief die Arabische Liga die Mitgliedsstaaten auf, ihre Botschafter aus Syrien zurückzurufen.

Die Organisation sprach sich ferner für politische und wirtschaftliche Sanktionen aus, ohne jedoch konkret zu werden. Dem Beschluss haben den Angaben nach 18 Staaten zugestimmt. Libanon und Jemen votierten dagegen, der Irak enthielt sich.

Hoffen auf echte Reformen

Scheich Hamad bin Dschasim sagte: «Wir sahen uns gezwungen, diese Entscheidung zu treffen. Wir hoffen, dass es einen mutigen Schritt von Syrien geben wird, die Gewalt zu beenden und einen echten Dialog für echte Reformen zu beginnen.»

Der Aussenminister Katars, das den Vorsitz des zuständigen Komitees innehat, warf der syrischen Führung vor, an der Umsetzung des Friedensplans gescheitert zu sein. Zugleich lud er die Opposition zu einem Treffen mit der Arabischen Liga in den kommenden drei Tagen ein.

Ausschluss sei illegal

Die syrische Krise dürfe nicht internationalisiert werden. Die Araber sollten sie selbst lösen. In einem Aufruf an alle Strömungen der syrischen Opposition hiess es, diese sollten sich auf ein «einziges Projekt für den kommenden Übergang» einigen.

Syriens Repräsentant in der Arabischen Liga bezeichnete die Entscheidung nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana als «illegal». Sie verstosse gegen Grundsätze der Arabischen Liga, kritisierte er.

Sie beendeten das «gemeinsame arabische Handeln» und bewiesen, «dass die Führung der Liga ein Programm verfolgt, das von den Amerikanern und dem Westen diktiert wird», erklärte der Botschafter, der Syrien bei dem Treffen in Kairo vertreten hatte.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Tanger - China und Russland haben ... mehr lesen
Sergej Lawrow fordert Gespräche zwischen der syrischen Führung und Regierungsgegnern.
Das Regime von Präsident Baschar al-Assad kann sich womöglich nicht mehr mit den Arabern einigen.
Damaskus/Istanbul - In Syrien ... mehr lesen
Nikosia - In Teilen Syriens eskaliert der blutige Machtkampf. Deserteure und Soldaten lieferten sich am Dienstag heftige Gefechte in ... mehr lesen
In Syrien stehen sich Opposition und Regime mit gezogenen Waffen gegenüber.
Syriens Aussenminister Walid Muallem.
Brüssel - Die EU hat am Montag die ... mehr lesen 1
Kairo - Kurz vor dem Krisentreffen der Arabischen Liga in Kairo hat Syrien zugesagt, Vertreter der Organisation als Beobachter ins Land zu lassen. Der Gesandte Syriens in der Arabischen Liga versprach dabei die Bereitschaft seiner Regierung zur Zusammenarbeit. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Kairo/Beirut - Die syrischen ... mehr lesen
In Syrien hält man sich nicht an den vereinbarten Friedensplan. (Archivbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. mehr lesen 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte ... mehr lesen  
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels. Während zwei Monaten wird der ... mehr lesen 1
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 1°C 15°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 0°C 16°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 1°C 13°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern -1°C 15°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 2°C 15°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Genf 1°C 16°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 6°C 17°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten