Arafat und Barak versprachen Clinton Friedenschance zu wahren
publiziert: Dienstag, 26. Sep 2000 / 06:59 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 26. Sep 2000 / 11:18 Uhr

Jerusalem - Im zähen Ringen um eine Lösung in der israelisch-palästinesischen Frage, versprachen Palästinenserführer Yassir Arafat und Israels Präsident Ehud Barak dem US Präsidenten Bill Clinton, die Friedenschancen zu wahren.

Baraks Sprecher Gadi Baltiansky sagte, die Begegnung sei in einer «sehr guten Atmosphäre mit einem positiven Geist» verlaufen. Während der Unterredung habe US-Präsident Bill Clinton angerufen und mit Arafat und Barak gesprochen. Das Treffen endete gegen 0.30 Uhr. Die vier Unterhändler - die Palästinenser Mohammed Dahlan und Sajeb Erakat sowie der amtieren israelische Außenminister Schlomo Ben Ami und Gilead Scher - reisten danach zu getrennten Verhandlungen mit den Amerikanern nach Washington. Trilaterale Gespräche waren dort nach Angaben von Erakat nicht geplant. Baltiansky sagte, das Treffen in Baraks Haus habe dem allgemeinen Meinungsaustausch gedient; die Hauptstreitpunkte wie die Jerusalemfrage seien nicht in der Tiefe behandelt worden.

Arafat und Barak hätten Clinton versichert, dass sie die Chance auf einen historischen Frieden wahren wollten. Es handelte sich um die erste Begegnung auf der höchsten Ebene seit dem gescheiterten Nahostgipfel von Camp David im Juli. Die Unterhändler stehen unter immer stärkerem Zeitdruck, da Barak über keine Mehrheit in der Knesset mehr verfügt und eine Einigung unwahrscheinlich wird, wenn das israelische Parlament Ende Oktober aus den Sommerferien zurückkehrt. Außerdem wird die Präsidentschaftswahl in den USA am 7. November voraussichtlich eine US-Vermittlung in diesem Jahr kaum noch zulassen. Die Gespräche scheiterten bisher am Streit über den künftigen Status von Jerusalem, dessen Ostteil die Palästinenser als ihre Hauptstadt beanspruchen. Barak hat erklärt, Israel werde niemals die Souveränität über die Stadt an die Palästinenser abgeben.

(sda)

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