Arafats Witwe klagt wegen «Ermordung»
publiziert: Dienstag, 31. Jul 2012 / 21:00 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 31. Jul 2012 / 21:19 Uhr
Jassir Arafat war 2004 in einem Pariser Militärspital unter bis heute ungeklärten Umständen gestorben.
Jassir Arafat war 2004 in einem Pariser Militärspital unter bis heute ungeklärten Umständen gestorben.

Paris - Suha Arafat, die Witwe des verstorbenen Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat, hat am Dienstag in Nanterre bei Paris Klage eingereicht wegen des Verdachts auf Vergiftung ihres Mannes. Auch ihre Tochter Saura ist Mitklägerin, wie die Anwälte der beiden Frauen in Paris mitteilten.

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Die Anwälte hoben hervor, dass sich die Klage ausdrücklich nicht gegen einen Staat, eine bestimmte Gruppe oder Person richte. Die Anzeige wegen «Ermordung» sei ausdrücklich gegen Unbekannt erstattet worden. Ausserdem sei der Fall auch nicht verjährt, weil die Klage weniger als zehn Jahre nach den Vorgängen eingereicht werde.

Ziel der Klage sei es, die genauen Todesumstände Arafats zu ermitteln und damit herauszufinden, ob Arafat tatsächlich vergiftet wurde oder nicht.

Lausanner Experten lieferten Befund

Experten des Radiophysik-Instituts am Universitätsspital Lausanne hatten Kleidungsstücke des Ex-Staatschefs untersucht, die er vor seinem Tod getragen haben soll, und daran erhöhte Werte von Polonium 210 festgestellt. Auch an Arafats Zahnbürste sowie an seinen Haaren waren Spuren des radioaktiven Isotops und ausgesprochen tödlichen Gifts gefunden worden.

Allerdings wiesen die Schweizer Wissenschafter ausdrücklich darauf hin, dass ihre Ergebnisse keine Beweise für eine Vergiftung Arafats seien.

Im November 2004 verstorben

Der Palästinenserpräsident war im November 2004 in einem Pariser Militärspital unter bis heute ungeklärten Umständen gestorben, nachdem sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechtert hatte. Die Palästinenser verdächtigen Israel seither, Arafat vergiftet zu haben.

Ob zur Klärung des Falls nun in einem weiteren Schritt Arafats Leiche in Ramallah im Westjordanland exhumiert wird, ist derzeit noch unklar. Die palästinensische Behörde hatte Anfang Juli eigentlich grünes Licht dafür gegeben, in die Tat umgesetzt wurde der Beschluss bisher allerdings nicht.

(fest/sda)

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