Gerichtliche Anordnung
Argentinien muss in den USA weiter verhandeln
publiziert: Freitag, 1. Aug 2014 / 23:58 Uhr
Cristina Kirchner verglich die Forderungen mit «Raketen in einem Krieg». (Archivbild)
Cristina Kirchner verglich die Forderungen mit «Raketen in einem Krieg». (Archivbild)

New York - Im Schuldenstreit zwischen Argentinien und US-Hedgefonds hat ein Bundesgericht in New York die Wiederaufnahme der Verhandlungen angeordnet. Richter Thomas Griesa wies bei der Anhörung zudem einen Antrag der Anwälte von Buenos Aires auf einen neuen Schlichter ab.

6 Meldungen im Zusammenhang
Die argentinische Regierung hatte dem gerichtlich bestellten Mediator Daniel Pollack Inkompetenz vorgeworfen, nachdem die Gespräche mit den Hedgefonds NML Capital und Aurelius am Mittwoch gescheitert waren.

Als Folge war Argentinien in der Nacht zum Donnerstag zum zweiten Mal in 13 Jahren in eine Staatspleite geschlittert, weil es die Rückzahlung von 539 Millionen Dollar an Staatsschulden bei internationalen Gläubigern versäumte.

Auf Anordnung von Griesa muss Buenos Aires nämlich zunächst NML Capital und Aurelius eine Summe von 1,3 Milliarden Dollar ausbezahlen, ehe es die Forderungen der anderen Gläubiger begleichen darf.

Die beiden Hedgefonds, die argentinische Schulden nach der Staatspleite Ende 2001 billig aufgekauft hatten, tragen einen Schuldenschnitt für das südamerikanische Land nicht mit und verlangen den Nennwert der Staatsanleihen.

Mit dieser umstrittenen Strategie fahren sie hohe Renditen ein. Buenos Aires beschimpft NML Capital und Aurelius als «Geierfonds» und verweigert die Zahlung der geforderten Summe.

Kirchner bestreitet Zahlungsunfähigkeit

Die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner verglich die Forderungen der Hedgefonds in einer Fernsehansprache mit «Raketen in einem Krieg», da «finanzielle Raketen ebenfalls töten».

Ausserdem bestritt sie die Zahlungsunfähigkeit ihres Landes, weil die fällige Rate von 539 Millionen Dollar bereits im Juni auf ein Treuhandkonto bei der Bank of New York überwiesen wurde. Das US-Institut hat das Geld aber eingefroren, um nicht gegen das Urteil des Bundesgerichts zu verstossen.

Die US-Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch stuften die Kreditwürdigkeit von Buenos Aires als «teilweisen Zahlungsausfall» ein. Diese Bewertung bedeutet, dass ein Schuldner eine Anleihe oder Kreditrate nicht fristgerecht zurückzahlt, aber andere Verpflichtungen weiter erfüllt.

Am Freitag wertete auch der internationale Derivateverband Isda die Vorgänge als Zahlungsausfall. Dieser Schritt löst Zahlungen an Investoren aus, die sich mit sogenannten Credit Default Swaps (CDS) gegen den Ausfall von argentinischen Staatsanleihen versichert hatten. Der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge geht es bei den Versicherungsleistungen um schätzungsweise eine Milliarde Dollar.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
New York/Buenos Aires - Argentiniens neue Regierung will den US-Gläubigern des Landes noch in diesem Monat einen ... mehr lesen
Am 25. Januar präsentiert Argentinien den Vorschlag zu Beilegung des Schuldenstreits.
Amtssitz der argentinischen Präsidentin Cristina Fernández.
Buenos Aires - Argentinien will im Schuldenstreit mit Hedgefonds einen ... mehr lesen
Buenos Aires/Den Haag - Im Schuldenstreit zwischen Argentinien und US-Hedgefonds hat Buenos Aires Klage gegen die USA ... mehr lesen
Argentinien ist als Pleitefall eingestuft worden.
Wille, selbst im hohen Alter gegen das Vergessen zu kämpfen: Mütter des Plaza de Mayo.
Dschungelbuch Am 31. Juli 2014 meldete Argentinien die Zahlungsunfähigkeit des Landes. Diese steht in direktem Zusammenhang mit dem ... mehr lesen 1
New York - Argentinien steuert nach 13 Jahren erneut in die Staatspleite. Die Last-Minute-Verhandlungen im Schuldenstreit ... mehr lesen
Verhandlungen gescheitert
Weitere Artikel im Zusammenhang
Trotz der Proteste möchte Hollande hart bleiben. (Archivbild)
Trotz der Proteste möchte Hollande hart bleiben. (Archivbild)
Beide Seiten wollen hart bleiben  Paris - Trotz anhaltender Gewerkschaftsproteste will Frankreichs Präsident François Hollande die Arbeitsmarktreform zum Abschluss bringen. «Ich bleibe hart, weil ich denke, dass es eine gute Reform ist», sagte er. 
Gegen Auslieferung an USA  Mexiko-Stadt - Der mexikanische Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán geht gegen seine geplante Überstellung in die USA vor. Wie einer seiner Anwälte am Freitag mitteilte, wurde die Berufung am Vortag in Mexiko-Stadt eingereicht. Die Regierung hat 48 Stunden Zeit für eine Antwort.  
Mexiko stimmt Auslieferung von Drogenboss zu Mexiko-Stadt - Mexiko hat die Auslieferung des Drogenbosses Joaquín «El Chapo» Guzman an die ...
Guzman kann gegen die Entscheidung noch Rechtsmittel einlegen.
Titel Forum Teaser
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 15°C 20°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Basel 15°C 20°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
St. Gallen 14°C 19°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen bewölkt, etwas Regen
Bern 15°C 19°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Luzern 17°C 20°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Genf 14°C 19°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 17°C 18°C viele Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich Gewitter möglich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten