Schuldenstreit
Argentinien will Gericht umgehen
publiziert: Mittwoch, 20. Aug 2014 / 10:31 Uhr
Amtssitz der argentinischen Präsidentin Cristina Fernández.
Amtssitz der argentinischen Präsidentin Cristina Fernández.

Buenos Aires - Argentinien will im Schuldenstreit mit Hedgefonds einen US-Gerichtsbeschluss umgehen. Wie Präsidentin Cristina Fernández am Dienstagabend erklärte, sollen Gläubiger ihre Anleihen gegen neue Schuldtitel eintauschen können, die dann unter argentinisches Recht fallen.

6 Meldungen im Zusammenhang
Die Regierung werde eine Gesetzesvorlage einreichen, um die Bank of New York als Verwalterin durch die landeseigene Banco Nación zu ersetzen. Die vorgestellten Pläne schmälern nach Ansicht von Experten die Aussicht auf eine zügige Rückkehr Argentiniens an die internationalen Kapitalmärkte.

Der Konflikt mit den Hedgefonds geht auf die Staatspleite Argentiniens im Jahr 2002 zurück. Während sich die Regierung in den Folgejahren mit den meisten Gläubigern auf einen Schuldenerlass und einen Umtausch von Anleihen einigte, kauften die Hedgefonds Schuldtitel mit einem hohen Abschlag, um nun die volle Summe zu fordern. Dies lehnt Argentinien ab.

Ein US-Gericht hatte Anfang August angewiesen, dass die Inhaber argentinischer Anleihen nur dann ausgezahlt werden dürfen, wenn die Regierung auch Hedgefonds bedient. Diese haben sich einer Umschuldungsvereinbarung nicht angeschlossen.

Auszahlung blockiert

Konkret blockierte US-Richter Thomas Griesa die Auszahlung von 539 Mio. Dollar Zinsen der Auslandsschuld, die Argentinien der Bank of New York Mellon (BNYM) am 26. Juni überwiesen hatte.

Die Massnahme war Folge des Urteils Griesas, nach dem Argentinien den klagenden US-Hedgefonds NML Capital und Aurelius rund 1,65 Mrd. Dollar für den Nominalwert von Staatspapieren zahlen sollte, die nicht in die Umschuldungen eingegangen waren.

Argentinien weigert sich, den Hedgefonds mehr anzubieten, als was für die restlichen 92,4 Prozent der Auslandschulden nach der Staatspleite von 2001 unter starken Abstrichen ausgehandelt worden ist.

Auszahlungsvollmacht zurücknehmen

Die sogenannte RUFO-Klausel («Rights Upon Future Offers») würde im Fall einer Befolgung des Urteils Griesas alle Gläubiger berechtigen, dieselbe Rückzahlung des Nominalwerts der Bonds einzufordern, was für Argentinien unbezahlbar sei, argumentiert die Regierung.

Die Auszahlungsvollmacht der BNYM soll zurückgenommen werden. Die von Fernández angekündigte Gesetzesvorlage sieht ausserdem vor, dass auch den 7,6 Prozent der Gläubiger, die nicht die Umschuldungen akzeptiert hatten - unter ihnen die klagenden Hedgefonds -, auf einem Treuhandkonto der argentinischen Zentralbank Auszahlungen mit denselben Abstrichen der Umschuldung bereitgestellt werden.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Buenos Aires - Die in New York blockierten Zahlungen zur Umschuldung Argentiniens könnten mit einem rechtlichen Trick ... mehr lesen
Argentinien versucht den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.
Die protektionistischen Massnahmen Argentiniens würden US-Exporte auf breiter Front beeinflussen.
Genf - Die Importbeschränkungen ... mehr lesen
New York - Der neue Plan der argentinischen Regierung zur Auszahlung von Gläubigern ist nach Ansicht des ... mehr lesen
Argentinien rutschte erneut in die Staatspleite.
Buenos Aires/Den Haag - Im Schuldenstreit zwischen Argentinien und US-Hedgefonds hat Buenos Aires Klage gegen die USA beim Internationalen Gerichtshof eingereicht. Das teilte die argentinische Regierung am Donnerstag mit. mehr lesen 
Cristina Kirchner verglich die Forderungen mit «Raketen in einem Krieg». (Archivbild)
New York - Im Schuldenstreit zwischen Argentinien und US-Hedgefonds hat ein Bundesgericht in New York die ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
New York - Argentinien steuert nach 13 Jahren erneut in die Staatspleite. Die Last-Minute-Verhandlungen im Schuldenstreit ... mehr lesen
Verhandlungen gescheitert
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 13
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Francesco Schettino: Weil er das Schiff ...
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. 
Verteidigung fordert Freispruch Florenz - Im Berufungsprozess gegen «Costa Concordia»-Kapitän Francesco Schettino hat die ...
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, ... 2
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Die Mehrheit der Kommission ist für die Änderungen.(Symbolbild)
Nationalrat sagt Ja zur Stiefkindadoption für Homosexuelle Bern - Homosexuelle sollen künftig Kinder ihrer Partner oder Partnerinnen adoptieren dürfen. Nach dem Ständerat ...
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 19°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 21°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
St. Gallen 18°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Bern 21°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 20°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Genf 18°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
Lugano 21°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten