Gemäss US-Richter
Argentiniens Plan zur Schuldentilgung «illegal»
publiziert: Freitag, 22. Aug 2014 / 09:54 Uhr
Argentinien rutschte erneut in die Staatspleite.
Argentinien rutschte erneut in die Staatspleite.

New York - Der neue Plan der argentinischen Regierung zur Auszahlung von Gläubigern ist nach Ansicht des US-Bundesrichters Thomas Griesa unzulässig. Das Vorhaben sei «illegal» und dürfe nicht umgesetzt werden, erklärte der Richter am Donnerstag.

5 Meldungen im Zusammenhang
Griesa ist für den Streit zwischen US-Hedgefonds und der Regierung in Buenos Aires zuständig. Er wies aber die Forderung der Fonds zurück, Argentinien wegen Missachtung des Gerichts zu belangen.

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández hatte am Dienstag angekündigt, die Rückzahlung der argentinischen Staatsschulden künftig über den Finanzplatz Buenos Aires abwickeln zu wollen. Eine Verabschiedung des Plans im Parlament gilt als sicher.

Hintergrund des Vorhabens ist der festgefahrene Streit mit den beiden Hedgefonds Aurelius und NML Capital. Diese hatten argentinische Schuldscheine nach der Staatspleite Ende 2001 billig aufgekauft und verlangen den Nennwert der Staatsanleihen.

Auf eine frühere Anordnung des Richters Griesa hin muss Argentinien erst den beiden Hedgefonds 1,3 Mrd. Dollar auszahlen, ehe es die Forderungen weiterer privater Gläubiger begleichen darf. Bereits geplante Auszahlungen über eine US-Bank wurden daher Ende Juni blockiert. Buenos Aires verweigert aber die Zahlung der geforderten Summe an die Hedgefonds, die es als «Geierfonds» bezeichnet.

«Gesetzlose» Position Argentiniens

Am Donnerstag erklärte Griesa nun, der neue Schuldentilgungsplan bedeute eine Verletzung der gerichtlichen Vorgaben. Zugleich beschuldigte er Argentinien, seit Jahren eine «gesetzlose» Position zu vertreten.

Von einer Belangung wegen Missachtung des Gerichts sah er jedoch ab, weil dies nach seinen Worten bei der Suche nach einem Kompromiss in dem festgefahrenen Konflikt nicht helfen würde. «Irgendwie, irgendwann» müsse es eine Einigung geben, befand Griesa.

Der Streit führte dazu, dass Argentinien erneut in die Staatspleite rutschte. Weil das Land die Rückzahlung der Staatsschulden bei einem Teil seiner Gläubiger versäumte, bescheinigten mehrere Ratingagenturen einen teilweisen Zahlungsausfall.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Buenos Aires - Die in New York blockierten Zahlungen zur Umschuldung Argentiniens könnten mit einem rechtlichen Trick ... mehr lesen
Argentinien versucht den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.
In Buenos Aires waren einige U-Bahnlinien vom Streik betroffen. (Archivbild)
Buenos Aires - Ein Generalstreik gegen die immer höhere Inflation hat Argentinien ... mehr lesen
Genf - Die Importbeschränkungen von Argentinien, der zweitgrössten Volkswirtschaft Südamerikas, verstossen gegen die ... mehr lesen
Die protektionistischen Massnahmen Argentiniens würden US-Exporte auf breiter Front beeinflussen.
Amtssitz der argentinischen Präsidentin Cristina Fernández.
Buenos Aires - Argentinien will im Schuldenstreit mit Hedgefonds einen ... mehr lesen
Buenos Aires/Den Haag - Im Schuldenstreit zwischen Argentinien und US-Hedgefonds hat Buenos Aires Klage gegen die USA beim Internationalen Gerichtshof eingereicht. Das teilte die argentinische Regierung am Donnerstag mit. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 20
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Francesco Schettino: Weil er das Schiff ...
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. mehr lesen 
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, ... mehr lesen 3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Schweizer Sprayer  Wien - Mit einem Urteil von zehn Monaten unbedingte Haft ist am Wiener ... mehr lesen
Der Sprayer bestritt, das Fahrrad geklaut zu haben.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 13°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
Basel 12°C 24°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 12°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
Bern 10°C 22°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Luzern 12°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
Genf 13°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 16°C 21°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen Wolkenfelder, kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten