Suche geht weiter
Armee findet 31 der vermissten Dienstwaffen
publiziert: Dienstag, 24. Jul 2012 / 12:59 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 24. Jul 2012 / 18:31 Uhr
Bei der Armee wird «mit Hochdruck gearbeitet». (Symbolbild)
Bei der Armee wird «mit Hochdruck gearbeitet». (Symbolbild)

Bern - Die Armee hat auf der Suche nach Armeewaffen bisher 17'000 Dienstbüchlein überprüft. Das Resultat: 31 ehemalige Armeeangehörige gaben ihre Dienstwaffe nicht ab. Eine Waffe, die trotz Aufforderung nicht zurückgeben worden war, wurde kürzlich bei einem Tötungsdelikt in Oensingen SO verwendet.

6 Meldungen im Zusammenhang
Bei der tödlichen Familienfehde kamen ein 51-jähriger Mann und dessen 26-jähriger Sohn ums Leben. Einer der mutmasslichen Täter setzte ein Sturmgewehr 90 ein, welches er trotz einer Mahnung der Armee behalten hatte.

Auch im Sommer 2011 war eine solche Waffe im Spiel, als ein Berner Polizist bei einer Zwangsräumung mit einer nicht zurückgegebenen Armeewaffe erschossen worden war. Dieses Ereignis veranlasste Armeechef André Blattmann, die Überprüfung von mehr als 300'000 Dossiers über entlassene Armeeangehörige sowie Leihwaffenbesitzer anzuordnen.

Tausende Dienstbüchlein eingefordert

In 27'000 Fällen stiess die Armee auf unvollständige Datensätze. Der Einzug der jeweiligen Dienstbüchlein, in denen über die Ausrüstung Buch geführt wird, sollte Klarheit schaffen. Ende April wurden die Dienstbüchlein eingefordert, jetzt liegen erste Teilergebnisse vor. Armeesprecher Walter Frik bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht der "Neuen Zürcher Zeitung".

In 10'000 Fällen konnte die Armee noch keine Prüfung vornehmen, wie Frik sagte. Dies, weil 7500 ordentlich aus dem Dienst entlassene Armeeangehörige nicht auf den ersten Brief reagiert haben. In 2500 weiteren Fällen verfügt die Armee zudem nicht über die aktuelle Wohnadresse. Vier eigens beigezogene Personen seien derzeit daran, die Adressen ausfindig zu machen, sagte Frik.

Sollten sich die angeschriebenen Ex-Soldaten auch auf den zweiten Brief nicht melden, würden diese telefonisch kontaktiert. Weil die Dienstbüchlein nach dem Ausscheiden aus der Armee nur noch während einer beschränkten Zeit aufbewahrt werden müssen, habe man keine Handhabe, falls kein Dienstbüchlein vorgewiesen werden könne. "Verdachtsfällen gehen wir aber selbstverständlich nach", sagte Frik.

Frist bis Ende August

Die Frist für die Rückgabe der 31 Waffen läuft gemäss Frik bis Mitte August, danach werden die Fälle den jeweiligen Kreiskommandanten der zivilen Polizei übergeben. 11 Betroffene hätten die Waffe bereits retourniert.

18 ehemalige Armeeangehörige haben zwar nicht ihre Armeewaffe, dafür aber ihre gesamte Armeeausrüstung zuhause gelagert, wie aus der Zwischenbilanz der Dossier-Überprüfung weiter hervorgeht.

Inklusive der neu aufgefundenen Waffen weiss die Armee zurzeit von 336 Armeewaffen, die eigentlich ins Zeughaus gehörten. Im Juni waren es 537 Waffen gewesen, im Mai sogar noch 733 - laut Armeesprecher Frik ein Indiz dafür, dass "mit Hochdruck gearbeitet wird". Es handle sich grösstenteils um Waffen, die nach dem Ausscheiden aus dem Militärdienst nicht zurückgegeben worden seien.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Noch immer ist sich die Armee ... mehr lesen
Waffenbesitz bei 5000 Soldaten ungeklärt. (Archivbild)
Keine Meldepflicht auf Armeewaffen, die vor 2008 an ehemalige Wehrmänner abgegeben wurden.
Bern - Ältere Armeewaffen sollen auch in Zukunft nicht gemeldet werden müssen. Die Sicherheitspolitische Kommission (SIK) des Nationalrates hat sich gegen eine erweiterte ... mehr lesen 5
Andre Blattmann, Chef der Armee.
Bern - Die Armeeführung hat sich am Montag gegen Vorwürfe verwahrt, sie habe den Überblick über den Verbleib tausender Armeewaffen verloren. Der Einzug von 27'000 Dienstbüchlein sei ... mehr lesen 4
Bern - Der Bundesrat will prüfen, wie ... mehr lesen
Eine sinnvolle Umsetzung wird angezweifelt.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Nachdem im Mai 2011 ein ausgemusterter Armee-Korporal mit seiner Ordonnanzpistole einen Polizisten erschossen hatte, liess die Armee die angeordneten Abrüstungen der letzten sechs Jahre überprüfen. 530 unerledigte Fälle wurden entdeckt. Bis zum Jahresende sollen diese Waffen eingezogen sein. mehr lesen  1
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Armee wächst in ihrem Ansehen.
Die Armee wächst in ihrem Ansehen.
In unsicheren Zeiten  Bern - Flüchtlingsströme, Terrorismus und Kriege verunsichern die Bevölkerung. Nie haben Schweizerinnen und Schweizer die weltpolitische Lage in den letzten Jahren so düster eingeschätzt wie heute. Mit der Unsicherheit wächst die Bedeutung der Armee. mehr lesen 1
Vermutlich Wirtschaftsspionage  Bern - Beim Cyber-Spionage-Angriff auf den bundeseigenen Rüstungskonzern RUAG sind mehr als 20 Gigabyte Daten entwendet worden. Darunter dürften auch ... mehr lesen  
Es sei konkret danach gesucht worden, welche Projekte die RUAG derzeit am laufen habe.
Ständeratskommission lehnt ab  Bern - Schweizer Soldaten sollen nicht unbedingt frische Milch zum Frühstück bekommen: Das Anliegen von Toni Brunner hatte in der Sicherheitspolitischen Kommission des Ständerates keine Chance. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 16°C 28°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft stark bewölkt, Regen
Basel 17°C 29°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 15°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft stark bewölkt, Regen
Bern 15°C 28°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 16°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft stark bewölkt, Regen
Genf 17°C 30°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 21°C 29°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten