Armeekrise: Geld reicht nur für 22 statt 33 neue Kampfjets
publiziert: Sonntag, 31. Aug 2008 / 13:42 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 31. Aug 2008 / 14:39 Uhr

Bern - Die geplante Entwicklung der Armee sei finanziell und personell nicht machbar, stellt ein interner VBS-Bericht fest. Auch der Ersatz der Tiger-Kampfjets ist davon betroffen. Das Geld reiche statt wie vorgesehen für 33 nur für 22 neue Kampfflugzeuge.

Elf Kampflugzeuge weniger: Im Gespräch für den Tiger-Teilersatz ist der Saab Gripen.
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Publik gemacht wurde der interne Bericht des Planungsstabs der Armee, der sogenannte «Masterplan 08», von der «SonntagsZeitung». Der Betrieb der Armee ist demnach so teuer, dass das Geld für die nötigen Investitionen fehle. Deshalb könne sie auf Jahre hinaus ihre Aufgaben im Ernstfall nicht erfüllen.

Damit die Armee minimal funktioniere, müssten ab 2009 jährlich 160 bis 180 Millionen Franken aus dem Investitionsbudget für Unterhalt und Betrieb umgeleitet werden, heisst es weiter. Dadurch reduzierten sich die Beschaffungspläne weiter. Betroffen sei auch das Prestigeprojekt, der Teilersatz der Tiger-Kampfjets.

Gemäss Masterplan wird der «aktuell vorgesehene Finanzrahmen nicht wie geplant für 33 Flugzeuge ausreichen». Die Planer gehen von nur noch 22 Jets aus.

Einige Fragen offen

Verteidigungsminister Samuel Schmid hatte in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Freitag erklärt, ob der Teilersatz der Tiger-Flotte 2009 realisiert werden könne, sei noch von der Beantwortung einiger Fragen abhängig: «Zu lösen sind etwa Probleme von Betriebskosten und Pilotennachwuchs.»

Der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) kommt der Bericht zupass: Die einzige Chance, diesen Milliardendeal zu verhindern, sei das Zustandekommen ihrer Initiative gegen neue Kampfflugzeuge, heisst es in einem Communiqué.

Der Bericht enthalte an sich «nichts Neues», sagte VBS-Sprecher Jean-Blaise Defago auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. «Wir sagen dies seit Jahren, und es ist in der Tat so: Die Armee wird ausgehungert.» Man komme nun an ein Limit, wo das Geld immer knapper werde. Jetzt sei die Politik gefordert.

(tri/sda)

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Du meine Güte
Wenn wir wirklich mit den Österreichern militärisch zusammen gingen, so etwas wie eine militärische Entente oder Allianz bildeten, da wäre das Gejammer aber grenzenlos. Die Neutralität dahin! Nach der EM auch noch auf militärischem Gebiet zusammenarbeiten, ja dann wären wir doch eine Bedrohung für den Rest Europas! Da müssten die dann aber heftig nachrüsten, man weiss ja noch, wie die Schweizer im Mittelalter halb Europa in Schrecken versetzte. Das alles soll nun wieder auferstehen? Ausgerechnet mit dem Erbfeind Österreich eine militärische Zusammenarbeit, wo doch noch vor wenigen Jahren ein Schweizer Offizier diese feindliche Armee ausspionierte! aber, aber!
So oder ähnlich, lieber Kaktus, könnte ich mir das Gerede wirklich vorstellen. Alles militärische ist ziemlich irrational.
Ihre Idee ist trotzdem sehr vernünftig finde ich! Überall wird aus Kostengründen fusioniert, nur beim Militär soll das nicht möglich sein?
Was heisst da
Das Geld reicht laut Planern statt 33 "nur" für 22 neue Kampfjets. Das Geld reicht immerhin für 22 Jets. Und würde man z.B. mit Österreich zusammenarbeiten – ist ja auch ein neutrales Land – bräuchte es wahrscheinlich nicht einmal so viele.
Ob F-A-18 über Österreich oder Eurofighter über der Schweiz fliegen und ihren Job machen – dies wäre doch egal?

Der Bund sollte das Geld statt in die Flugzeuge im öffentlichen Verkehr "verbraten" (nicht NEAT).
.
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