Armeemanöver während IAEA-Besuch im Iran
publiziert: Montag, 20. Feb 2012 / 07:08 Uhr / aktualisiert: Montag, 20. Feb 2012 / 22:25 Uhr
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Es sollen alle offenen Fragen angesprochen werden.
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Teheran - Im Iran hat am Montag eine neue Gesprächsrunde mit Vertretern der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) begonnen. Die IAEA-Delegation unter Leitung von Chefinspektor Herman Nackaerts will mehr über das iranische Atomprogramm erfahren, das nach Befürchtung vieler Staaten dazu dient, Atomwaffen zu entwickeln.

5 Meldungen im Zusammenhang
Im Mittelpunkt der Mission stehe "natürlich die mögliche militärische Dimension des iranischen Atomprogramms", hatte Nackaerts vor der Abreise nach Teheran gesagt. Die iranische Nachrichtenagentur Isna berichtete, die IAEA-Delegation werde mit Vertretern der iranischen Atomenergiebehörde über "eine diplomatische Lösung der Nuklearfrage" sprechen.

Zugang zu Atomanlagen sollten die Inspektoren derzeit aber nicht erhalten, zitierte Isna Aussenminister Ali Akbar Salehi. Sie stünden doch erst am Anfang ihrer Arbeit, lautete die Begründung. Der Westen wirft dem Iran vor, am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist dies zurück.

Westliche Diplomaten äusserten sich skeptisch über die Erfolgschancen der Mission: Vermutlich werde der Iran ein paar technische Schritte unternehmen, um den Anschein zu erwecken, kooperativ zu sein, ohne wirklich zu kooperieren.

Nette Worte und Drohungen

Vor einer Woche teilte der Iran der EU dann in einem Brief mit, zur Wiederaufnahme der seit über einem Jahr ausgesetzten Gespräche mit der 5+1 Gruppe der fünf UNO-Vetomächte und Deutschlands über das Atomprogramm bereit zu sein.

Salehi warb am Montag bei der Europäischen Union um Vertrauen. "Die EU sollte wissen, dass der Iran ein vertrauenswürdiger Partner ist, für den ausgezeichnete und spannungsfreie Beziehungen zur EU von hoher Priorität sind", sagte er vor Journalisten in Teheran.

Gleichzeitig drohte Irans Vize-Ölminister Ahmed Kalebani am Montag weiteren EU-Staaten mit dem Stopp der Öllieferungen. Sollten Deutschland, Griechenland, Italien, die Niederlande, Portugal und Spanien ihre "feindlichen Handlungen" fortsetzen, werde der Export eingestellt, sagte Kalebani.

Gross angelegtes Militärmanöver

Während des Besuches der Atominspektoren begann das iranische Militär zudem mit gross angelegten Luftabwehrübungen. Das viertägige Manöver diene der Stärkung der Luftabwehr zum Schutz der Atomanlagen, erklärte ein Vertreter der Luftwaffenbasis Katem-ol-Anbia.

Von der Basis werden die Luftabwehr und das Raketenprogramm des Landes koordiniert. Israel fühlt sich durch das iranische Atomprogramm bedroht und schliesst einen Militärangriff auf die Atomanlagen nicht aus.

 

(fest/sda)

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