Premier, Minister und Generäle weg
Assad schwimmen die Felle davon
publiziert: Montag, 6. Aug 2012 / 13:10 Uhr / aktualisiert: Montag, 6. Aug 2012 / 15:40 Uhr
Rauchwolken über Damaskus. (Archivbild)
Rauchwolken über Damaskus. (Archivbild)

Beirut - Die Macht des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad schwindet. Nach dem syrischen Regierungschef haben sich der Opposition zufolge auch zwei Minister und drei weitere Generäle von Präsident Baschar al-Assad losgesagt. Zudem wurde auf das Gebäude des staatlichen Fernsehens und Radios in Damaskus ein Anschlag verübt.

8 Meldungen im Zusammenhang
Die Gruppe habe sich nach Jordanien abgesetzt, teilte der vom Exil aus agierende Syrische Nationalrat mit. Zuvor hatte Ministerpräsident Riad Hidschab über einen Sprecher erklären lassen, er habe mit Assads «mörderischem und terroristischem Regime» gebrochen. Auch er soll sich nach Jordanien abgesetzt haben.

Ein Vertreter des oppositionellen Syrischen Nationalrats sagte am Montag der Nachrichtenagentur AFP, Hidschab habe sich mit Mitgliedern seiner Familie, zwei Ministern und drei Armeeoffizieren nach Jordanien abgesetzt. Die Gruppe habe in der Nacht zu Montag die Grenze überquert, sagte Chalid Sein al-Abedin.

Zuvor hatten bereits regierungskritische Aktivisten mitgeteilt, dass sich der bislang ranghöchste Politiker in Syrien der Opposition angeschlossen hat.

Positive Reaktion

Der Chef des Syrischen Nationalrats, Abdel Basset Sajda, begrüsste die Entscheidung Hidschabs. Diese zeige den «Zerfall» der syrischen Führung. «Das ist der Anfang vom Ende», sagte Sajda der Nachrichtenagentur AFP am Telefon.

Das syrische Staatsfernsehen hatte dagegen berichtet, Hidschab sei entlassen worden. Demnach soll sein Stellvertreter Omar Galawandschi vorübergehend die Amtsgeschäfte übernehmen.

Der frühere Landwirtschaftsminister Hidschab war erst am 6. Juni von Staatschef Baschar al-Assad berufen worden. Die Parlamentswahl Anfang Mai war von der Opposition boykottiert worden.

Anschlag auf Staatsfernsehen

Inmitten der Hauptstadt Damaskus wurde am Montag auf ein Gebäude des staatlichen Fernsehens und Radios ein Bombenanschlag verübt. Dabei wurden nach Angaben von Informationsminister Omran al-Soabi mehrere Menschen leicht verletzt.

Das Fernsehprogramm lief ohne Unterbrechung weiter. Der private Pro-Regierungs-Sender Al-Ichbarija zeigte Bilder von den zerstörten Wänden des Gebäudes, auf dem Boden liegenden Schreibtischen und zerbrochenem Glas. Mitarbeiter des Senders waren zu sehen, wie sie einem verwundeten Kollegen halfen.

Der Anschlag war das jüngste in einer Reihe von Attentaten in Damaskus. Der für das Regime verheerendste hatte sich Mitte Juli ereignet, als vier Mitglieder von Assads innerstem Machtzirkel bei einem Anschlag in einem ebenfalls streng gesicherten Regierungsgebäude getötet worden waren.

Neues Massaker gemeldet

Die syrische Opposition warf den Regierungstruppen erneut vor, in der zentralen Provinz Hama erneut zahlreiche Zivilisten getötet zu haben. Bei dem «Massaker» am Sonntag seien rund 40 Menschen getötet worden, teilte der Syrische Nationalrat (SNC) am Montag mit.

Derweil beschoss die syrische Luftwaffe am Montag erneut mehrere Viertel der Wirtschaftsmetropole Aleppo mit Artillerie und automatischen Waffen, wie die im Ausland ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Mindestens acht Zivilisten und ein Anführer der Rebellen seien getötet worden.

Unter Beschuss waren demnach der Justizpalast im Zentrum von Aleppo sowie die Viertel Schaar und Mardsche im Osten. Schüsse waren auch aus Salaheddin im Westen und Bab al-Nairab im Zentrum zu hören.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Doha/Istanbul - Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat einem möglichen Gang ins Exil eine Absage erteilt. Bei einem ... mehr lesen
Bashar al-Assad: «Ich bin keine Marionette des Westens, die in den Westen oder ein anderes Land geht.»
In Damaskus lieferten sich Rebellen und Armee heftige Kämpfe um den im Süden gelegenen Stadtteil Tadamun. (Symbolbild)
Damaskus/Beirut - In der syrischen ... mehr lesen
Aleppo - In Syrien haben sich die Aufständischen in der Wirtschaftsmetropole Aleppo nach eigenen Angaben vollständig aus dem ... mehr lesen
Aktivisten hatten heftige Kämpfe im syrischen Aleppo gemeldet. (Symbolbild)
Die Hälfte der Stadt ist von Regimetruppen eingekreist worden.
Damaskus/Beirut - Die syrische Armee hat offenbar ihre lange angekündigte Bodenoffensive gegen die Rebellen in der Stadt Aleppo begonnen. Die Armee drang am Mittwoch mit Panzern in den ... mehr lesen
Damaskus/Aleppo - Um die Kontrolle der nordsyrischen Metropole Aleppo wird seit Tagen gerungen. Informationen über die Lage in der Stadt sind widersprüchlich: Die einen berichten, dass die Rebellen ins historische Zentrum vorrücken, andere, dass die Truppen des Assad-Regimes dank schweren Waffen die Rebellen zurückdrängen. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Beirut - Syrien hat seinen Verbündeten Russland um Finanz- und Wirtschaftshilfe gebeten, um die Folgen der westlichen Sanktionen ... mehr lesen
Moskau lehnt Forderungen nach einem Rücktritt des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ab.
New York - Die UNO-Vollversammlung hat am Freitag in New York eine Resolution verabschiedet, in der die ... mehr lesen
Abstimmung der UNO Vollversammlung zu Syrien.
In den vergangenen Tagen flohen 31'000 Menschen aus ...
Zustrom reisst nicht ab  Genf - Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen hat die Türkei aufgerufen, alle aus der umkämpften syrischen Stadt Aleppo fliehenden Menschen aufzunehmen. «Wir bitten die Türkei, ihre Grenzen für alle Flüchtlinge aus Syrien zu öffnen», sagte ein UNHCR-Sprecher. 
Merkel «entsetzt» über Bombardierungen auf Aleppo Ankara - Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel hat während ihres Besuchs in der Türkei Russland ... 1
Merkel kritisiert den aktuellen Zustand stark.
Neues Flüchtlingslager an der türkisch-syrischen Grenze errichtet Oncupinar/Beirut - Die syrische Armee hat am Montag ihre ... 1
In humanitären Fragen  Bern - Die Schweiz verhandelt seit drei Jahren direkt mit der Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad über humanitäre Belange. Dieser ...  
Die Schweiz arbeitet mit Baschar al-Assads Regierung zusammen.
Syrien-Friedensgespräche ausgesetzt Genf - Die Genfer Friedensgespräche für Syrien werden bis Ende des Monats ausgesetzt, noch bevor sie richtig ...
UNO-Syrienbeauftragter Staffan de Mistura. (Archivbild)
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3718
    Wahlen H. Clinton hat bisher immer darauf gesetzt, nach der Prämisse "Geht es ... gestern 13:33
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3718
    Die... NGOs können auch mit diesem Gesetzt weiterhin Unwahrheiten über Israel ... gestern 13:19
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3718
    Weder... Russland noch der Westen ist aus moralischen Gründen in Syrien ... Mo, 08.02.16 16:26
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3718
    Die... Aufnahme syrischer Flüchtlinge, solange dies Menschen sind die vom ... Mo, 08.02.16 13:54
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3718
    Aus... den Verlautbarungen aus GR kann man bereits heraushören, was zu ... Mo, 08.02.16 10:48
  • Midas aus Dubai 3761
    Reisen bildet Tja, das ist halt die Birkenstock-Toscana-Fraktion. Da kommt man mit ... Mo, 08.02.16 04:33
  • jorian aus Dulliken 1737
    Deutsche Doppelmoral, nein natürlich nicht, Doppelmoral der BRD-Regierung! Auf der einen Seite dürfen jetzt Lohnfahnder mit Waffen auf die Strasse ... So, 07.02.16 11:37
  • Midas aus Dubai 3761
    Glaub ich nicht Na dazu müsste man das TTIP-Abkommen aber ja auch erst mal lesen ... So, 07.02.16 11:23
 
Wettbewerb
   
Die geladenen Gäste werden eine Fahrt durch den mit 57 Kilometern längsten Bahntunnel der Welt machen.
Gotthard-Basistunnel  Bern - 160'000 Personen haben sich bis zum Ablauf des Wettbewerbs für Fahrkarten in jenen beiden Zügen beworben, die am 1. ...
Eröffnungsfahrt zu gewinnen  Bern - Wer am 1. Juni 2016 in einem der beiden Züge, die den Gotthard-Basistunnel eröffnen, mitfahren will, kann sich nun um Fahrkarten bewerben. ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 6°C 6°C bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall
Basel 5°C 8°C bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall
St.Gallen 9°C 13°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Bern 7°C 10°C bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Luzern 7°C 10°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Genf 8°C 11°C bedeckt, Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Lugano 5°C 7°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten