«Asyl» für Wikileaks organisiert sich selbst und international
publiziert: Montag, 6. Dez 2010 / 14:16 Uhr / aktualisiert: Montag, 6. Dez 2010 / 22:41 Uhr
Die Wikileaks-Inhalte werden auf diversen Servern dezentral «gespiegelt».
Die Wikileaks-Inhalte werden auf diversen Servern dezentral «gespiegelt».

Die Frage der Woche lautet: Wikileaks will womöglich in die Schweiz übersiedeln. Soll unser Land der Enthüllungsplattform ein Asyl anbieten? Heute der Beitrag von Brenda Mäder, Präsidentin der Jungfreisinnigen Schweiz.

3 Meldungen im Zusammenhang
Nachdem die Server von wikileaks.org abgeschaltet wurden, gab die Internetplattform via Twitter bekannt, in die Schweiz umgezogen zu sein. Die Piratenpartei hatte einige Monate davor die Domain wikileaks.ch erworben, die Site ist seither über diese Adresse aufrufbar.

Da die .ch-Site weiterhin über den bisherigen Server lief, begannen zahlreiche Private und sowie weltweit und koordiniert die verschiedenen Sektionen der Piratenpartei, den Inhalt von Wikileaks zu spiegeln und dezentral zu «lagern». So sind die Inhalte weiterhin abrufbar. Einer Internettplattform «Asyl» zu bieten ist, wie dies zeigt, nicht möglich und auch nicht nötig: Im Web organisiert sich die Unterstützung für eine Internetplattform selbst und über die nationalen Grenzen hinweg. Das Asyl wurde quasi auf diversen Adressen und Servern gewährt.

Eher problematisch ist die Vorgehensweise einiger staatlicher Instanzen im Fall Wikileaks. So wird in mehreren Zeitungen beschrieben, dass die französische Regierung Druck auf OVH, ein Zulieferer von Wikileaks, ausübt. OVH erklärte, dass es nicht die Angelegenheit der Politik sei, Wikileaks vom Netz zu nehmen und - wenn schon - Gerichte entscheiden müssen. Hier liegt gerade das Problem: Es wird ohne gerichtliche Instanzen Druck auf private Anbieter ausgeübt, die Internetplattform vom Netz zu verbannen.

Das Vorgehen verstösst einerseits gegen die Meinungsfreiheit und greift andererseits viel zu kurz: Wie man aktuell sieht, wird der Inhalt von Wikileaks bereits heute mehrfach und von Privatpersonen kopiert. Viele Privatpersonen stellen sich freiwillig zur Verfügung und nennen dabei oft die Meinungs- und Pressefreiheit als Grund für Ihren Einsatz für Wikileaks.

Das kann mit einem einfachen Vergleich begreifbar gemacht werden. Wenn einer Zeitung oder Zeitschrift brisante Dokumente in die Hände fallen, wird daraus eine Titelgeschichte fabriziert. Praktisch jeder Journalist wäre froh, mal einen Primeur oder eine kleine Skandalgeschichte zu liefern. Wikileaks funktioniert hier anders - ohne Titelstory, dafür wird die Info in allen Zeitungen und Internetzeitschriften und -Foren verbreitet.

(Brenda Mäder/news.ch)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - Die fortlaufenden ... mehr lesen
Privatsphäre: Verlust kann Gesellschaft teuer zu stehen kommen.
Wird von Interpol gesucht: Julian Assange.
Moskau - Die Enthüllungsplattform ... mehr lesen
Bern - Nach der Veröffentlichung ... mehr lesen 3
«Nicht frustrierend»: Donald S. Beyer.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Der Staat wird zusehends zum Rundum-Bevormunder, zum Beispiel beim Freibier-Verbot.
Der Staat wird zusehends zum ...
Die Frage der Woche lautete: Wahlen 2011 - Was steht auf der Agenda? Heute der Beitrag von Brenda Mäder, Präsidentin der Jungfreisinnigen Schweiz mehr lesen 3
Die Frage der Woche lautet: Sehr viele Leute beklagen sich über die Billag und die Art, wie die Radio- und Fernsehgebühren erhoben werden. Muss über einen ... mehr lesen   17
Werbefreie «Desperate Housewives»: Teil des «Service Public»?
«Im Moment bereitet der Euro-Franken-Wechselkurs vor allem Exporteuren zweifellos Sorgen.»
Die Frage der Woche lautet: Die Schweizer Wirtschaft stöhnt unter dem starken Franken. Kann die Politik etwas machen? Heute der Beitrag von Brenda Mäder, ... mehr lesen  
Die Frage der Woche lautet: Welches sind die drängendsten Aufgaben für die Schweiz im nächsten Jahr? Heute der Beitrag von Brenda Mäder, Präsidentin der Jungfreisinnigen Schweiz. mehr lesen 1
In der Schweiz gibt es diverse Dossiers, welche die Politiker und Parteien im Wahljahr nicht anfassen.
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 17°C 36°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel 19°C 37°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 18°C 32°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 17°C 35°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Luzern 20°C 35°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig vereinzelte Gewitter
Genf 21°C 36°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig vereinzelte Gewitter
Lugano 23°C 33°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten