Schweiz an sechster Stelle
Asylanträge: mehr im Norden als im Süden Europas
publiziert: Dienstag, 8. Okt 2013 / 15:29 Uhr
Unter den nordischen Staaten sticht Schweden als bevorzugte Destination heraus.(Symbolbild)
Unter den nordischen Staaten sticht Schweden als bevorzugte Destination heraus.(Symbolbild)

Luxemburg - In den 44 Industriestaaten sind im vergangenen Jahr 479'300 Asylanträge gestellt worden - das ist die höchste Zahl seit 2003. In absoluten Zahlen verzeichneten die USA 2012 die meisten Asylanträge (83'430), gefolgt von Deutschland (64'540) und Frankreich (54'940).

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Hinter Schweden und Grossbritannien rangierte die Schweiz mit 25'950 Asylanträgen im Vergleich aller Industriestaaten weltweit an sechster Stelle, wie aus dem jüngsten Bericht des UNO-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR über Asyltrends hervorgeht. Die Zahl der in der Schweiz gestellten Asylanträge stieg demnach im Vergleich zu 2011 um einen Drittel.

Für den Zuwachs waren insbesondere zusätzliche Anträge aus Eritrea verantwortlich - seit mehreren Jahren Herkunftsland der grössten Asylbewerber-Gruppe in der Schweiz. Auch die Zahl der Anträge aus Nigeria verdoppelte sich.

2012 weniger Bootsflüchtlinge als 2011

83 Prozent aller Asylanträge in Europa gingen 2012 in EU-Staaten ein. Wie der UNHCR-Bericht weiter zeigt, stiegen die Asylanträge in den nordischen Staaten Europas drastisch an - plus 38 Prozent -, während sie im Süden deutlich zurückgingen - minus 27 Prozent.

«Dieser Rückgang ist vor allem auf weniger Bootsflüchtlinge in Italien zurückzuführen als Ergebnis einer geänderten Situation in Nordafrika, mit 15'700 Asylanträgen in 2012, weniger als die Hälfte der Zahl von 2011», heisst es in dem UNHCR-Bericht.

Unter den nordischen Staaten sticht dagegen Schweden als bevorzugte Destination heraus. Das skandinavische Land, das zahlreichen Flüchtlingen aus dem Syrien-Bürgerkrieg Asyl gewährte, verzeichnete im Vorjahr mit 43'900 Anträgen einen neuen Rekord.

Gemessen an Bevölkerung und Reichtum

Die UNHCR-Statistik sagt nichts über die Asyl-Anerkennungsrate aus. Auf Basis der UNHCR-Zahlen kann jedoch auch ein Vergleich der Asylanträge in Relation zur Bevölkerung der Industriestaaten angestellt werden. Das UNO-Flüchtlingshochkommissariats weist diese Zahlen für den Zeitraum 2008 bis 2012 aus.

Hier rangiert die Schweiz mit 11,7 Asylanträgen auf 1000 Einwohner an sechster Stelle - hinter Malta (21,7), Schweden (16,4), Liechtenstein (16,1), Norwegen und Zypern (12,4).

Wenn die Zahl der Asylanträge in Relation zum Bruttoinlandprodukt pro Kopf gesetzt wird, ändert sich das Bild erneut: Die Schweiz findet sich jetzt nicht mehr unter den ersten zehn Aufnahmeländern. Wichtigste Staaten sind nach dieser Lesart Frankreich, die USA, Deutschland, die Türkei und Grossbritannien.

(ig/sda)

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