Menschenunwürdige Zustände in Italien
Asylbewerber fordern Rückschaffungsstopp
publiziert: Montag, 9. Mrz 2015 / 22:35 Uhr
Die sechs abgewiesenen Asylbewerber stammen aus Eritrea und Äthiopien.
Die sechs abgewiesenen Asylbewerber stammen aus Eritrea und Äthiopien.

Lausanne - Die in eine Lausanner Kirche geflüchteten Asylbewerber aus Afrika haben am Montag von der Schweiz einen Stopp der Rückschaffungen nach Italien gefordert. Ein Kollektiv forderte den Kanton Waadt dazu auf, die Abschiebungen auszusetzen.

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Der Kanton könne die Rückschaffungen stoppen, sie lägen in seiner Kompetenz, sagte am Montag der Anwalt und Waadtländer Grossrat Jean-Michel Dolivo (Alternativen Linke «La Gauche») vor den Medien in Lausanne.

Die sechs abgewiesenen Asylbewerber stammen aus Eritrea und Äthiopien. Sie besetzten am Sonntagmorgen den Gemeindesaal der Kirche Saint-Laurent im Stadtzentrum von Lausanne. Die Frau und die fünf Männer befinden sich zwischen sechs und zehn Monaten in der Schweiz.

Die Abschiebung von abgewiesenen Asylbewerbern von der Schweiz nach Italien wurde Ende des vergangenen Jahres vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Frage gestellt. Das Gericht in Strassburg legte Anfang November sein Veto gegen die bedingungslose Abschiebung einer afghanischen Familie nach Italien ein.

Der EGMR hiess eine Beschwerde des Familienvaters gut, wonach die Schweizer Behörden Garantien für deren angemessene Unterbringung und Betreuung einholen muss. Die Asylbewerber bezeichneten die Zustände im italienischen Asylwesen als menschenunwürdig.

Das Lausanner Kollektiv zur Verteidigung der Migranten sieht deshalb den Kanton Waadt in der Pflicht, sich stärker zu engagieren, wie alt Nationalrätin Anne-Catherine Menétrey-Savary (Grüne) am Montag sagte. Die Situation in Italien sei «katastrophal».

 

(fest/sda)

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