Im ersten Quartal 2016
Asylgesuche gehen um rund 45 Prozent zurück
publiziert: Donnerstag, 14. Apr 2016 / 09:30 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 14. Apr 2016 / 16:06 Uhr
Trotz diesem Rückgang sei die Entwicklung «schwer voraussehbar».
Trotz diesem Rückgang sei die Entwicklung «schwer voraussehbar».

Bern - Die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz ist in den ersten drei Monaten des Jahres kontinuierlich zurückgegangen - gegenüber dem Vorquartal um rund 45 Prozent. Dennoch bleibt die Lage angespannt. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Anträge um 85 Prozent.

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Im ersten Quartal 2015 waren 4489 Asylgesuche eingegangen, ein Jahr später sind es 8315. Dies zeigt die Asylstatistik, die das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Donnerstag veröffentlicht hat.

Die Entwicklung sei «schwer voraussehbar», schreibt das SEM. Bund und Kantone müssten in Betracht ziehen, dass es im weiteren Verlauf des Jahres eine erneute Zunahme der Asylzahlen geben könnte. Nach Einschätzung des Bundes dürften ab April wieder mehr Menschen über das Mittelmeer kommen. Dann sei auch mit mehr Asylgesuchen in der Schweiz zu rechnen.

Kantone bereiten sich auf Notlage vor

Nach monatelanger Vorbereitung wollen die kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) nun am (heutigen) Donnerstag ein Massnahmenpapier für den Fall einer Notlage im Asylwesen verabschieden. «Es geht darum zu wissen, welche Akteure in dieser Situation was zu tun haben», sagte KKJPD-Präsident Hans-Jürg Käser im Vorfeld gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Gemäss Käser stellen sich Bund und Kantone zur Zeit vor, dass die Eckwerte der Vorsorgeplanung in Kraft treten, wenn 6000 Asylgesuche in drei Wochen gestellt werden. Die genauen Kriterien für die Aktivierung des Plans müsste dann allerdings noch vom SEM definiert werden.

Bereits bekannt ist, dass Wiederholungskurse (WK) - allen voran von Militärpolizisten - verschoben wurden, damit die Armee falls nötig bis zu 2000 Soldaten mobilisieren könnte. Der Bundesrat will in den nächsten Wochen über einen allfälligen Armeeeinsatz an der Grenze befinden.

Meiste Gesuche aus Afghanistan

Im ersten Quartal gingen die Asylgesuche kontinuierlich zurück. Im März wurden 1992 Gesuche registriert, ein Viertel weniger als im Februar. Dies begründet das SEM mit der weniger benutzten Mittelmeer-Route im Winter. Zudem seien auch weniger Menschen auf der Balkanroute, die inzwischen von den Balkanstaaten geschlossen wurde, unterwegs gewesen.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den wichtigsten Herkunftsländern von Asylgesuchen. Gegenüber dem letzten Quartal 2015 ist die Zahl der Gesuche aus Afghanistan um 65 Prozent auf 2041 gesunken. Dennoch bleibt es das wichtigste Herkunftsland.

Eine ähnliche Entwicklung ist auch bei den Anträgen von Menschen aus Syrien zu beobachten. Dort ging die Zahl um 64 Prozent auf 873 Gesuche zurück. An dritter Stelle folgt Irak mit 731 Asylgesuchen (-54 Prozent).

Das SEM erledigte in den ersten drei Monaten 7976 Asylgesuche in erster Instanz. Dabei erhielten 1658 Menschen Asyl, und 1775 Personen wurden vorläufig aufgenommen. Auf 2845 Gesuche wurde auf Grundlage des Dublin-Abkommens nicht eingetreten.

(cam/sda)

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