Atomkonflikt: Chinesischer Gesandter bei nordkoreanischem Machthaber Kim
publiziert: Dienstag, 15. Jul 2003 / 08:42 Uhr

Peking - Der stellvertretende chinesische Aussenminister Dai Bingguo hat mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il im Zusammenhang mit dem Atomkonflikt intensive Gespräche geführt. Dies meldete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA.

Sprecher des chinesischen Aussenministers Dai Bingguo informiert die Medien über den Besuch.
Sprecher des chinesischen Aussenministers Dai Bingguo informiert die Medien über den Besuch.
Dai habe bei dem Gespräch am Montag Kim einen persönlichen Brief des chinesischen Präsidenten Hu Jintao übergeben.

Nach Angaben der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua vom Dienstag aus Pjöngjang sprach Dai auch mit zwei anderen nordkoreanischen Spitzenpolitikern. Hintergrund des Treffens war der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm.

Nordkorea hatte nach südkoreanischen Berichten die USA informiert, die Wiederaufbereitung aller 8000 abgebrannter Atombrennstäbe im Atomreaktorkomplex in Yongbyon sei bereits abgeschlossen.

Nordkoreanische UNO-Diplomaten hätten dies US-Vertretern bei inoffiziellen Gesprächen am 8. Juli in New York bestätigt.

Aus den in Yongbyon gelagerten Brennstäben lässt sich nach Angaben südkoreanischer und amerikanischer Experten genügend Plutonium zum Bau von mindestens sechs Atombomben gewinnen.

Wie die "New York Times" am Dienstag berichtet hatte, hätten nordkoreanische Regierungsvertreter den USA mitgeteilt, dass sie schnell aus ihrem Plutonium Atomwaffen herstellen wollten.

Seit Beginn des Konfliktes um das nordkoreanische Atomprogramm vor mehr als acht Monaten befürchten die USA und Südkorea, dass Nordkorea die verbrauchten Atombrennstäbe in Yongbyon wieder aufarbeiten könnte.

(bsk/sda)

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