Atomverhandlungen mit Iran laufen harzig
Atomunterhändler setzen Gespräche in Bagdad unerwartet fort
publiziert: Donnerstag, 24. Mai 2012 / 10:30 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 24. Mai 2012 / 19:16 Uhr
Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton (Bild) verhandelt mit dem iranischen Chefunterhändler Said Dschalili.
Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton (Bild) verhandelt mit dem iranischen Chefunterhändler Said Dschalili.

Bagdad - Bei den Atomgesprächen in Bagdad bleiben die Fronten verhärtet. Die Verhandlungen über eine Beilegung des Streits mit dem Iran sind nach Angaben aus Delegationskreisen auch am zweiten Tag nicht entscheidend vorangekommen.

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Am Donnerstag traf EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton mit dem iranischen Chefunterhändler Said Dschalili zusammen. Dieser wies die Vorschläge der 5+1-Gruppe für eine baldige Rückkehr der internationalen Inspektoren zu den iranischen Atomanlagen zurück.

Später wurde in grösserer Runde weiterverhandelt, wie ein westlicher Diplomat sagte. Danach begann eine Plenarsitzung aller Beteiligten. Für den frühen Abend wurde eine weitere Sitzung anberaumt. Eine zunächst angekündigte abschliessende Pressekonferenz wurde deswegen verschoben.

Keine baldige Lösung in Sicht

Am Mittwoch hatten beide Seiten eigene Vorschläge zur Lösung des Konflikts präsentiert. Die 5+1-Gruppe bestehend aus den fünf UNO-Vetomächten USA, Frankreich, Grossbritannien, Russland und China sowie Deutschland forderte den Iran zu einem Stopp der hochprozentigen Urananreicherung auf.

Im Gegenzug hatte sie Teheran unter anderem die Lieferung von medizinisch nutzbaren Isotopen und dringend benötigten Ersatzteilen für iranische Flugzeuge sowie eine Kooperation in der Atomsicherheit angeboten.

Der Vorschlag der 5+1-Gruppe wurde von iranischer Seite als unausgewogen und inakzeptabel kritisiert. Der Iran erklärte, er erwarte eine sofortige Lockerung der Wirtschaftssanktionen im Gegenzug für ein Einlenken bei der Uran-Anreicherung.

«Was wir in Istanbul gehört haben, war interessanter», sagte ein iranischer Delegationsvertreter mit Hinweis auf die Vorgespräche in der türkischen Metropole vom Frühjahr. Der Iran gehe davon aus, dass es an Amerika liege, dass die internationale Seite zu keinem Ergebnis komme. «Sie kamen nach Bagdad, ohne ein klares Mandat zu haben, und deswegen ist die Atmosphäre nach unserer Einschätzung schwierig.»

Auch einer Fortsetzung der Gespräche im kommenden Monat in Genf standen die iranischen Unterhändler kritisch gegenüber und forderten stattdessen einen Ort, an dem westliche Sanktionen nicht unterstützt werden.

Die Verhandlungen zwischen der 5+1-Gruppe und dem Iran gelten weithin als die vielversprechendsten Gespräche seit Jahren. Die USA und ihre Verbündeten werfen dem Iran vor, Atomwaffen entwickeln zu wollen. Teheran hingegen erklärt, mit seinem Atomprogramm lediglich zivile Zwecke zu verfolgen.

(laz/sda)

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