Auch Göldi in Libyen erstmals persönlich vor Gericht
publiziert: Donnerstag, 28. Jan 2010 / 18:51 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 28. Jan 2010 / 19:09 Uhr

Bern - Erstmals ist der Schweizer Max Göldi zu seinem Berufungsprozess wegen angeblicher Visavergehen in Tripolis vor Gericht erschienen. Göldi sei danach wieder in die Schweizer Botschaft in Tripolis zurückgekehrt, erklärte das Aussenministerium in Bern.

Auch Max Göldi durfte nach der Verhandlung wieder in die Botschaft zurück. (Archivbild)
Auch Max Göldi durfte nach der Verhandlung wieder in die Botschaft zurück. (Archivbild)
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Zuvor hatte das Westschweizer Radio RSR gemeldet, Göldi sei in Begleitung mehrerer ausländischer Botschafter, darunter der Vertreter Deutschlands, beim Gericht eingetroffen.

Adrian Sollberger, Sprecher der Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), bestätigte zwar das Erscheinen Göldis vor Gericht, sagte aber nichts zu dessen Begleitern.

Das Urteil gegen Göldi soll gemäss Amnesty International am 4. Februar gefällt werden. Amnesty-Sprecherin Manon Schick begrüsste das Erscheinen Göldis als «Schritt hin zu einer möglichen Befreiung der beiden Schweizer».

Schriftliche Garantie

Am Sonntag war bereits der zweite Schweizer, Rachid Hamdani, erstmals vor Gericht erschienen. Das Urteil des Berufungsgerichts gegen ihn wird nach den Angaben von Hamdanis libyschem Anwalt Salah Zahaf am 31. Januar gefällt. Beide Schweizer waren Ende November in erster Instanz zu 16 Monaten Haft wegen illegalen Aufenthalts in Libyen verurteilt worden.

Bislang waren sie nicht vor Gericht erschienen - aus Angst, verhaftet zu werden. Der Berufungsprozess gegen Göldi hätte ursprünglich bereits am 22. Dezember beginnen sollen. Doch er wurde mehrfach verschoben, weil das Gericht darauf bestand, der Angeklagte habe zu erscheinen.

Die Schweizer Geschäftsleute beharrten jedoch auf einer schriftlichen Garantie, dass sie wieder in die Botschaft zurückkehren könnten. In dieser harren sie praktisch seit Beginn der Affäre Gaddafi vor über eineinhalb Jahren aus.

Gemäss Anwalt Zahaf hatte - unter deutscher Vermittlung - schliesslich die Gaddafi-Stiftung eine solche Garantie abgegeben. Seif al-Islam, der politisch ambitionierte Sohn des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi, ist Präsident der Stiftung.

(bert/sda)

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