«Auch in Guantánamo ist Folter Terrorismus»
publiziert: Donnerstag, 26. Jun 2008 / 19:23 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 26. Jun 2008 / 19:45 Uhr

Genf - In Genf hat der kürzlich aus Guantánamo entlassene El-Dschasira-Journalist Sami al-Hadsch von seiner siebenjährigen Gefangenschaft im US-Gefangenenlager auf Kuba berichtet. Folter sei eine Form des Terrorismus, sagte der Sudanese vor den Medien.

In Guantánamo werde gefoltert und misshandelt, so Al-Hadsch.
In Guantánamo werde gefoltert und misshandelt, so Al-Hadsch.
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Staaten, die ihre Sicherheit mittels Folter verbessern wollten, praktizierten eine Form des Terrorismus, fügte Al-Hadsch hinzu. «Menschenrechte und Sicherheit sind unteilbar. Will ein Staat Sicherheit, muss er die fundamentalen Rechte eines Menschen respektieren.»

Al-Hadsch berichtete vor den Journalisten von Folter und Misshandlungen in Guantánamo, denen er selbst ausgesetzt gewesen sei oder Zeuge wurde.

Sexuelle Demütigungen

«Die Störung des Schlafs, die permanente Beleuchtung, alle zwei Stunden in eine andere Zelle gebracht zu werden, der Gebrauch von Drogen oder Hunden, um uns Angst einzujagen, oder die sexuellen Demütigungen sind nur einige Beispiele des Missbrauchs», sagte der Kameramann und Journalist.

Zudem seien sie als Muslime ständig wegen ihrer Religion gedemütigt worden. Einige der Guantánamo-Häftlinge seien dem Wahnsinn verfallen. «Es fiel mir schwer, Menschen zurückzulassen, die ständig grossen körperlichen und seelischen Leiden ausgesetzt sind.»

Al-Hadsch war im Dezember 2001 im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet von der pakistanischen Armee gefangenen genommen worden, wo er für eine Reportage für El Dschasira unterwegs war.

Im Januar 2007 begann Al-Hadsch einen Hungerstreik und wurde 16 Monate lang zwangsernährt. Im Mai wurde er freigelassen.

(tri/sda)

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