Loveparade-Tragödie in Duisburg
Auch nach 3000 Zeugen sind noch Fragen offen
publiziert: Montag, 18. Jul 2011 / 13:30 Uhr
Massenpanik an der Loveparade: Beim «Totentanz» starben 21 Menschen in der Menge.
Massenpanik an der Loveparade: Beim «Totentanz» starben 21 Menschen in der Menge.

Duisburg - Mehr als 3000 Zeugen hat die Polizei vernommen, gegen 16 Beschuldigte wird ermittelt. Doch auch ein Jahr nach der Tragödie bei der Duisburger Loveparade ist die Schuldfrage noch nicht eindeutig beantwortet.

6 Meldungen im Zusammenhang
«Die Ermittlungen werden noch einige Monate dauern», schätzt der Duisburger Oberstaatsanwalt Rolf Haferkamp. Klar scheint bisher lediglich, dass Verantwortliche fahrlässig gehandelt haben bei der Loveparade-Katastrophe am 24. Juli 2010 - und dass die so furchtbar aus dem Ruder gelaufene Techno-Veranstaltung auf einem eingezäunten alten Bahnhofsgelände nicht genehmigt werden durfte.

21 Tote, mehr als 500 Verletzte - so lautete die erschütternde Bilanz der Massenpanik, die am Sonntag vor einem Jahr am einzigen Zugangstunnel zum Veranstaltungsgelände ausbrach. «Die Loveparade wurde zum Totentanz», sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, bei der Trauerfeier für die Opfer.

Schon in den ersten Tagen nach dem Unglück weigerten sich alle Beteiligten beharrlich, eine Mitschuld an dem Desaster zuzugeben. Stattdessen verwiesen Stadt, Veranstalter und Polizei auf angebliche Versäumnisse des jeweils anderen.

Sauerlands späte Entschuldigung

Ein Jahr nach der Tragödie wird nun gegen elf Mitarbeiter der Stadt, vier des Veranstalters und einen Polizisten ermittelt - wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung.

Die Staatsanwaltschaft sieht unter anderem Anhaltspunkte, dass Mitarbeiter zweier städtischer Ämter ihren Verpflichtungen zur Prüfung des Sicherheitskonzepts und der Einhaltung von Auflagen nicht nachgekommen sind. CDU-Oberbürgermeister Adolf Sauerland zählt nicht zu den Beschuldigten.

Trotzdem steht das Stadtoberhaupt seit dem Katastrophe massiv unter Druck: Kritiker fordern vehement seinen Rücktritt und werfen ihm vor, viel zu lange die Übernahme moralischer Verantwortung verweigert zu haben. Sauerland, für dessen Abwahl Duisburger Bürger derzeit Unterschriften sammeln, entschuldigte sich erst in vergangene Woche öffentlich bei den Opfern.

Genau ein Jahr nach dem Unglück soll am kommenden Sonntagnachmittag im Duisburger Fussballstadion die zentrale Trauerfeier stattfinden.

(dyn/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Adolf Sauerland hatte sich lange gewehrt, Verantwortung für das Unglück zu übernehmen.
Duisburg - Anderthalb Jahre nach der Katastrophe bei der Loveparade haben die Duisburger am Sonntag Oberbürgermeister Adolf Sauerland abgewählt. Knapp 130'000 Bürger hätten ... mehr lesen
Duisburg - Ein Jahr nach der Loveparade-Massenpanik in Duisburg haben sich mehrere tausend Menschen in einer bewegenden Gedenkfeier an die 21 Toten erinnert. Angehörige der Opfer erhoben schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen. mehr lesen 
Düsseldorf - Auch rund ein Jahr nach der Loveparade-Katastrophe sieht der umstrittene Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland weiter keinen Grund, zurückzutreten. Sauerland will nur bei nachgewiesenen Fehlern sein Amt abgeben. mehr lesen 
Duisburg - Die Loveparade in Duisburg, bei der vor einem Jahr 21 Menschen ums ... mehr lesen
Die Loveparade in Duisburg endete im vergangenen Jahr mit 21 Toten.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Duisburg - Der Duisburger Künstler Gerhard Losemann soll das Mahnmal für die Opfer der Loveparade-Katastrophe gestalten. Am Freitag stellte die Bürgerinitiative «Spendentrauermarsch» den Entwurf vor. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Francesco Schettino: Weil er das Schiff ...
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. mehr lesen 
Heute Nachmittag ist es auf der Autobahn A14 in Ebikon zu einem Unfall zwischen einem Lastwagen und einem Auto gekommen. Der Lastwagen durchbrach anschliessend die Leitplanke und fuhr ... mehr lesen
Durch den Unfall entstanden an den Fahrzeugen, an der Strasseneinrichtung und am Radargerät ein Sachschaden von über 100'000 Franken.
Am Dienstag, 31. Mai 2016, kurz vor 08.30 Uhr, ereignete sich im Bereich der Unterführung Rothausstrasse in Muttenz BL eine Frontalkollision zwischen zwei Personenwagen. Eine Person wurde dabei leicht verletzt, wie die Polizei Basel Landschaft berichtet. mehr lesen  
Nach einer medizinischen Erstversorgung durch die Ambulanz wurde er mit dem Helikopter in ein Spital geflogen.
Beim Kiesabladen in Gretzenbach SO  Gretzenbach SO - Beim Abladen von Kies ist am Dienstag ein Lastwagen in Gretzenbach SO auf die Seite gekippt. Der Chauffeur zog sich ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 7°C 10°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Basel 5°C 13°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 4°C 10°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Bern 1°C 10°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Luzern 1°C 10°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 4°C 11°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Lugano 2°C 9°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten