Auf Diät gesetzte Affen leben nicht länger als Artgenossen
publiziert: Mittwoch, 29. Aug 2012 / 20:59 Uhr

Baltimore - Auch eine jahrelange Diät kann das Leben nicht verlängern. Das belegt zumindest eine Langzeitstudie mit Rhesusaffen, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift «Nature» (Online-vorab) vorgestellt werden.

Die Affen auf Diät sind zwar dünner gewesen als die Kontrolltiere, und es traten bei ihnen einige Alterskrankheiten etwas später ein. Das hatte aber keine deutlichen Auswirkungen auf ihre Lebenserwartung.

Das US-amerikanische National Institute on Aging (NIA) hatte die Langzeitstudie mit Rhesusaffen (Macaca mulatta) 1987 begonnen. Die zentrale Frage war: Leben die Rhesusaffen länger, wenn sie jahrelang auf Diät gesetzt sind, so wie es bei Mäusen und Ratten schon mehrfach nachgewiesen wurde?

Wenn die Primaten in Gefangenschaft leben und genug zu futtern bekommen, werden sie im Durchschnitt 27 Jahre alt; einzelne Tiere leben sogar 40 Jahre. «Eine Diät mit 30 Prozent weniger Kalorien hat in jüngeren und älteren Rhesusaffen die Überlebensfähigkeit nicht verbessert», schreibt nun das Team um den Experimental-Gerontologen Rafael de Cabo vom NIA.

In einer ersten Untersuchungsgruppe waren die Tiere bereits zu Beginn der Studie 16 bis 23 Jahre alt. Die asketisch lebenden Tiere hätten insgesamt nicht länger gelebt als die Tiere in der Kontrollgruppe, schreiben die Forscher. «Weder Männchen noch Weibchen profitierten von der Kalorienreduktion.»

Von guter Pflege profitiert

Nichtsdestotrotz habe es Super-Greise in der Untersuchungsgruppe gegeben: Von den Tieren, die spät auf Diät gesetzt wurden, lebten vier länger als 40 Jahre; in der Kontrollgruppe gelang das einem Tier.

«Die Kalorienreduktion hat aber weder die durchschnittliche noch die maximale Lebensspanne im Vergleich zur Kontrollgruppe erhöht. Diese Affen scheinen von der exzellenten Pflege profitiert zu haben.»

In einer zweiten Untersuchungsgruppe wurden 86 Rhesusaffen ab einem Alter von einem bis 14 Jahren beobachtet: Von 40 auf Diät gesetzten Tieren seien bislang 8 (20 Prozent) an Alterskrankheiten gestorben, von den 46 nicht hungernden Kontroll-Tieren 11 (24 Prozent).

Abgesehen von dem recht kleinen Unterschied seien diese Zahlen noch nicht endgültig, schreiben die Forscher. «Die meisten der noch lebenden Tiere werden in den kommenden zehn Jahren sterben. Die Wahrscheinlichkeit, dass in den nächsten fünf bis zehn Jahren ein signifikant anderer Effekt auf das durchschnittliche Überleben auftreten wird, ist sehr gering.»

Vorteile für die Gesundheit

Dennoch: Umsonst war das Hungern nicht. Die Diät habe nämlich Vorteile für die Gesundheit gebracht. Die wenig fressenden Tiere bekamen zum einen später Alterskrankheiten. Zum anderen sei unter den mageren Tieren aus der jüngeren Gruppe auch die Immunantwort auf eine Entzündung in der Mundhöhle besser gewesen und Krebs sei seltener aufgetreten.

Das Team verweist jedoch darauf, dass seine Ergebnisse einer anderen Studie widersprechen. Eine derzeit noch laufende Studie am Wisconsin National Primate Research Center habe in ersten Ergebnissen einen lebensverlängernden Effekt einer 30-prozentigen Kalorienreduktion bei Rhesusaffen entdeckt.

(knob/sda)

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Anthony Patt ist Professor für Mensch-Umwelt-Systeme an der ETH Zürich.
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