Aufgalopp zur Olympia-Saison
publiziert: Montag, 7. Nov 2005 / 20:05 Uhr

Im fernen Calgary (Ka) beginnt am Wochenende der Weltcup der Bobfahrer. Das Geschehen dieses Winters ist ganz auf die olympischen Rennen im Februar in Cesana/Turin ausgerichtet.

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Die Qualifikation für die Olympischen Spiele erfolgt über den Weltcup. Deshalb sind die Teams gezwungen, den Saisonwettbewerb ernst zu nehmen. Trotzdem dürften die besten Mannschaften Ende Januar einen grossen Bogen um die finale Weltcup-Station Altenberg (De) machen.

Für den Schweizer Leader Martin Annen sollte die Qualifikationshürde locker zu meistern sein. Um das Ticket für Cesana zu ergattern, muss der Olympia-Dritte in der ersten Saisonhälfte (bis Weihnachten) im Weltcup je zwei Klassierungen unter den ersten Sechs vorweisen.

Turin als wichtigstes Saisonziel

Der WM-Dritte Annen reiste ohne Beat Hefti zu den Rennen in Übersee. «Olympia ist für mich in dieser Saison mit Abstand das Wichtigste. Dem Ziel, dort Erfolg zu haben, ordne ich alles unter. Man darf deshalb in anderen Rennen nicht zu viel von uns erwarten», sagte der Schwyzer.

Sollte aber in Calgary und Lake Placid alles einigermassen nach Plan ablaufen, dürfte Annen das Olympia-Ticket schon nach der Heimkehr aus Amerika in der Tasche haben.

Danach folgen für Annen die wichtigsten Tage auf dem Weg zu den Olympischen Spielen. Während der Trainingswoche auf der Olympiabahn Ende November/Anfang Dezember will Annen die positiven Erfahrungen aus den vorolympischen Rennen im Januar 2005 (Siege in beiden Weltcup-Rennen in Cesana) zementieren.

«Erhalte ich in der Trainingswoche ein gutes Gefühl, gibt mir das viel Moral für den Rest der Saison», sagte Annen, der in dieser Saison einen neuen, vom ehemaligen Weltmeister Hans Hiltebrand gebauten Zweierbob einsetzt.

Kampf um Spitzenplätze

Annen gewann in der vergangenen Saison mit dem Zweierbob den Gesamt-Weltcup und wurde mit dem schweren Schlitten Zweiter. Im Kampf um die Spitzenplätze an internationalen Wettkämpfen muss sich das 31-jährige Aushängeschild des Bobclubs Zentralschweiz vorab mit den beiden Weltmeistern Pierre Lueders (Ka) und Andre Lange (De) auseinandersetzen.

Für Spitzenplätze kommen auch Todd Hays (USA), Rene Spies (De) und Alexander Zubkow (Russ) in Frage. Zu diesem Kreis gesellt sich auch Ivo Rüegg - sobald sein Team athletisch verstärkt wird. Ein Mitglied der Annen-Mannschaft, Beat Hefti oder Cédric Grand, wird wohl den Zweierbob des Ausserschwyzer Steuermann in Cesana anschieben. Dann zählt der mit Grand als Hintermann WM-Vierter gewordene Rüegg zu den Anwärtern auf einen Spitzenplatz.

Je eine Olympiamedaille im Visier

Als dritter Schweizer beteiligt sich Ralph Rüegg an den Weltcup-Prüfungen in Nordamerika. Der WM-Sechste, ein Cousin von Ivo und ebenfalls für den BC Zürichsee startend, darf sich Hoffnungen machen, mit dem Viererbob an den Olympischen Spielen teilnehmen zu können. In der Sparte «Bob Männer» hat sich der Schweizer Verband den Gewinn je einer Olympiamedaille zum Ziel gesetzt.

Frauen zum zweiten Mal dabei

Die bobfahrenden Frauen sind 2006 zum zweiten Mal an Olympischen Spielen dabei. Die aussichtsreichste Schweizerin ist die WM-Vierte Sabina Hafner. Die Baselbieterin vom BC Frauenfeld hat ihren aus dem Jahr 1993 stammenden Bob von Gustav Weder inzwischen gegen ein wesentlich moderneres Gefährt eingetauscht, einen Schlitten, der einst im Besitz von Annen war.

Für die 21-jährige Hafner kommen die Olympischen Spiele wohl noch zu früh. Im Weltcup kann sie aber weitere Erfahrungen sammeln; zudem ist ihr im Januar an der Europameisterschaft in St. Moritz der Gewinn einer Medaille zuzutrauen.

Den zweiten Schweizer Frauen-Schlitten in Übersee steuert die Ausserschwyzerin Maya Bamert. Die Frauen fahren seit der vergangenen Saison an den gleichen Wochenenden und auf den selben Bahnen wie die Männer um den Weltcup.

Termine der Schweizer Mannschaften

Termine Weltcup. Männer (Zweier-/Viererbob): 11./12. November in Calgary (Ka). 19./20. November in Lake Placid (USA). 10./11. Dezember in Igls (Ö). 17./18. Dezember in Cortina d´Ampezzo (It). 14./15. Januar in Königssee (De). 21./22. Januar in St. Moritz (zugleich EM). 28./29. Januar in Altenberg (De). Olympische Spiele in Cesana/Turin: 18./19. Februar (Zweierbob) und 24./25. Februar (Viererbob).

EM: 21./22. Januar in St. Moritz.

SM: 7. Januar Zweierbob und 8. Januar Viererbob in St. Moritz.

Europacup (Zweier-/Viererbob): 24./27. November in Igls. 8./11. Dezember in Königssee. 15./18. Dezember in Altenberg. 12./15. Januar in Cortina. 26./29. Januar in St. Moritz. 9./12. Februar in Winterberg. -- Junioren-WM: 2./5. Februar in Igls.

Schweizer Teams

Martin Annen (31/Arth - BC Zentralschweiz) mit Beat Hefti (27/Schwellbrunn), Cédric Grand (29/Bernex), Andi Gees (30/Igis), Thomas Lamparter (27/Aarwangen), Bruno Zurfluh (23/Schattdorf).

Ivo Rüegg (34/Tuggen/BC Zürichsee) mit Christian Aebli (27/Landquart), Roman Handschin (23/Amriswil), Bruno Aeberhard (29/Zug), Bruno Gisler (27/Steinerberg), Urs Rüegg (21/Schmerikon).

Ralph Rüegg (32/Neuhaus/BC Zürichsee) mit Elmar Schaufelberger (30/Fischenthal), Hans-Jürg Nufer (31/Gossau SG), Gregor Baumann (22/Schwarzenbach), Franco Rosinus (25/Wallisellen), Christoph Stritt (29/Fribourg), Daniel Mächler (30/Jona).

Martin Galliker (32/Muhen/BC Zentralschweiz), Alexander Strelzow (30/Oberentfelden), Jörg Thomann (28/Mümliswil), Jürg Egger (23/Farnern), Mario von Arx (26/Oberentfelden).

Daniel Schmid (29/Hägglingen/BC Celerina) mit Andy Ballmer (35/Liestal), Tommy Herzog (28/Beromünster), Michael Lukas (22/Beinwil am See), Jean-Claude Rey (30/Bern).

Urs Hefti (25/Waldstatt/BC Zentralschweiz) mit Reto Schläpfer (27/Thun) Christoph Kellenberger (20/Schaffhausen), Armin Batali (29/Schaffhausen), Jules Ngongo (24/Saignelégier), Jeremias Würsch (18/Sins).

(smw/Si)

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