Aufstand blutig niedergeschlagen
publiziert: Freitag, 13. Mai 2005 / 19:47 Uhr / aktualisiert: Montag, 16. Mai 2005 / 08:39 Uhr

Andischan - Soldaten der zentralasiatischen Republik Usbekistan haben offenbar einen Aufstand gegen die autoritäre Staatsführung im Osten des Landes niedergeschlagen.

Präsident Islam Karimow lässt seine Sicherheitsdienste mit grosser Härte vorgehen.
Präsident Islam Karimow lässt seine Sicherheitsdienste mit grosser Härte vorgehen.
9 Meldungen im Zusammenhang
In der islamistisch geprägten Stadt Andischan gab es laut Augenzeugen Tote.

Usbekische Journalisten schätzten vor Ort die Zahl der Todesopfer auf bis zu 50. Der Angriff des Militärs richtete sich vor allem gegen das von Aufständischen besetzte Gebäude der Gebietsverwaltung. Dieses wurde am späten Abend nach Regierungsangaben aus Taschkent von den Rebellen wieder geräumt.

Nach Berichten der russischen Nachrichtenagenturen haben die Rebellen Verhandlungen mit der Regierung abgelehnt. Unter ihren Geiseln befänden sich auch Frauen und Kinder, hiess es in Meldungen unter Berufung auf offizielle Quellen.

In der Nacht auf heute hatten Banden Waffen aus einer Kaserne in Andischan geraubt und damit die Freilassung tausender Häftlinge aus einem Gefängnis erzwungen. Ziel war es, 23 als religiöse Extremisten angeklagte Geschäftsleute zu befreien.

Besetzung

Am Morgen besetzten die Bewaffneten die Gebietsverwaltung in Andischan. Bei den Schiessereien kamen nach offiziellen Regierungsangaben bis zum Nachmittag 9 Menschen ums Leben, weitere 34 wurden verletzt.

Nach Berichten von Augenzeugen hatten sich bis etwa 100 Aufständische mit Schnellfeuerwaffen und Handgranaten in der Gebietsverwaltung verschanzt. Sie teilten am Nachmittag mit, sie hätten 15 Soldaten in ihre Gewalt gebracht.

Vor dem Gebäude versammelten sich tausende Demonstranten. Sie protestierten gegen den umstrittenen Extremismus-Strafprozess und verlangten den Rücktritt Karimows.

Der seit 15 Jahren als Präsident regierende Islam Karimow hat einen gemässigten Staats-Islam angeordnet und lässt seine Sicherheitsdienste mit grosser Härte gegen Oppositionelle vorgehen.

(bert/sda)

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