Auftakt des Sozialforums in Bombay
publiziert: Freitag, 16. Jan 2004 / 10:40 Uhr

Bombay - Zu des Weltsozialforums in Bombay (Mumbai) ist ein japanisches Friedensboot mit rund siebenhundert Kriegsgegnern an Bord in der indischen Millionenstadt eingelaufen. Etwa siebzig von ihnen wollten an dem heute beginnenden Forum teilnehmen.

Bild: Tor zu Indien in Bombay.
Bild: Tor zu Indien in Bombay.
Die japanischen Kriegsgegner wollen dabei gegen die Entsendung japanischer Soldaten nach Irak protestieren. Unter ihnen befindet sich auch Akira Kawasaki, der den Atombombenabwurf auf Hiroshima im Jahr 1945 überlebte.

Die Entscheidung, Truppen nach Irak zu schicken, sei schrecklich, sagte der 74-Jährige. Sie eröffnet die Möglichkeit eines grösseren Konflikts. Er fürchte ständig ein neues Hiroschima, weltweit und ganz besonders in Asien. Ich habe jede Sekunde Angst davor.

Die übrigen, überwiegend japanischen Kriegsgegner wollten ihre Schiffsreise durch Asien, Afrika und Lateinamerika nach einem Tag Aufenthalt in Bombay fortsetzen, zu der sie am 25. Dezember in Tokio in See gestochen waren. Die Gruppe will im April nach Japan zurückkehren.

Zum Weltsozialforum haben sich 78 000 Globalisierungkritiker angemeldet, die bei der sechstägigen Veranstaltung über Wege zu einer gerechteren Weltordnung diskutieren wollen. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 100 000 Teilnehmern.

Drei Jahre nach dem Treffen im brasilianischen Porto Alegre ist Bombay zum ersten Mal Gastgeber des Weltsozialforums, das 2001 als Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum in Davos gegründet worden war.

Erwartet werden auch prominente Redner wie die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi. Das Weltsozialforum endet am 21. Januar.

(bsk/sda)

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