Auftakt im Prozess um Mord von Ponte Capriasca
publiziert: Dienstag, 19. Dez 2006 / 16:11 Uhr

Moskau - Der mutmassliche Täter im Tötungsdelikt von Ponte Capriasca TI muss sich wegen Mordes an der schwangeren Frau eines Schweizer Grenzwächters in Moskau vor Gericht verantworten.

Wegen der Bluttat sind bereits mehrere Urteile gefällt worden.
Wegen der Bluttat sind bereits mehrere Urteile gefällt worden.
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Beim Prozessauftakt bestritt der 36-Jährige jegliche Verwicklung in den Fall. Es war das erste Mal, dass sich der Verdächtige zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft äusserte. Seit seiner Festnahme im August 2005 hatte er stets die Aussage verweigert.

Die russische Staatsanwaltschaft hatte im September vergangenen Jahres aufgrund der Ermittlungen der Schweizer Behörden Mordanklage gegen den Tatverdächtigen erhoben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, dass er dem Haupttäter helfen wollte, sich an dem Mann der Ermordeten zu rächen. Grund für die Rache war, dass sich der Haupttäter von dem Grenzwächter am Autobahnzoll schikaniert gefühlt hatte.

Der Grenzwächter war jedoch nicht zu Hause. Daraufhin schnitt der mutmassliche Täter der Frau vor den Augen einer Freundin mit einem Messer die Kehle durch.

Das Haus des Grenzbeamten nie gesehen

Der Tschetschene bestätigte zwar, mit dem Haupttäter von Deutschland aus in die Schweiz gefahren zu sein. Das Haus des Grenzbeamten habe er jedoch nie gesehen. Ziel der Reise sei ein Bankier gewesen, für den er als Leibwächter arbeiten sollte.

Stattdessen habe der Haupttäter, ein Deutsch-Rumäne, ihn in ein Hotel gebracht und dort zurückgelassen. Wegen fehlender Sprachkenntnisse wisse er nicht genau, wo er sich befunden habe, gab der Verdächtige an. Anschliessend sei er nach Russland zurückgekehrt.

Wegen der Bluttat sind bereits mehrere Urteile gefällt worden. Im Oktober vergangenen Jahres verurteilte ein Gericht in Bukarest den Haupttäter zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Das Geschworenengericht in Lugano sprach im April 2004 zwei Komplizen aus Moldawien der Beihilfe zum Mordversuch für schuldig. Die Ehefrau des Haupttäters erhielt 18 Monate Gefängnis wegen versuchter und unvollendeter vorsätzlicher Tötung.

(smw/sda)

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