Neu entdeckte Art von Zellen
Augenkontakt-Detektor im Gehirn nachgewiesen
publiziert: Donnerstag, 18. Okt 2012 / 19:10 Uhr
Die neuen Erkenntnisse würden die Auswirkungen auf den Augenkontakt und soziale Interaktionen erklären. (Symbolbild)
Die neuen Erkenntnisse würden die Auswirkungen auf den Augenkontakt und soziale Interaktionen erklären. (Symbolbild)

Tucson - Augenkontakt, der das Gefühl einer Verbindung vermittelt, ist auf neu entdeckte «Augenzellen» in der Amygdala zurückzuführen. Das glauben Wissenschaftler der University of Arizona.

SHOPPINGShopping
GehirnGehirn
Die Zellen werden in jenem Bereich des Gehirns aktiv, der für die Verarbeitung von Gefühlen und sozialen Interaktionen zuständig ist. Die Neuronen wurden bei einem Rhesusaffen nachgewiesen. Verfügen auch Menschen über diese Neuronen, könnten sie bei Krankheiten wie Autismus oder Schizophrenie geschädigt sein. Das würde die Auswirkungen auf den Augenkontakt und soziale Interaktionen erklären.

Neuronen-Aktivität aufgezeichnet

Das Team um Katalin Gothard platzierte sieben Elektroden in der Amygdala eines Rhesusaffen. Die Elektroden, jede ein Zehntel so dick wie ein menschliches Haar, ermöglichte es den Wissenschaftlern, die Aktivität einzelner Neuronen aufzuzeichnen. Gezeigt wurde den Tieren ein Video, in dem ein anderer Rhesusaffe vorkam. Gleichzeitig wurden auch die Blicke der Affen beobachtet.

Von den 151 Neuronen, die die Wissenschaftler unterscheiden konnten, wurden 23 nur dann aktiv, wenn der Rhesusaffe auf die Augen des anderen Affen schaute. Von diesen Neuronen, die das Team als «Augenzellen» bezeichnete, wurden vier aktiver, wenn das gezeigte Tier zurückzuschauen schien. Laut Gothard wurden diese Zellen von der Evolution auf das Auge ausgerichtet und sammeln Informationen darüber, wer das Gegenüber ist. Andere Augenzellen wurden aktiviert, wenn der Affe im Video freundlich, aggressiv oder neutral erschien.

Neue Therapien für Autismus und Co

Gothard will in einem nächsten Schritt erforschen, ob Medikamente die Aktivität der Augenzellen bei Affen verbessern können. So könnten eines Tages neue Behandlungsansätze für Krankheiten entstehen, bei denen ein verringerter Augenkontakt und Schwierigkeiten bei den sozialen Interaktionen eine Rolle spielen. «Zuerst müssen wir aber mehr wissen. Wir haben gerade erst die Existenz dieser Zellen nachgewiesen.» Geplant sind Tests mit dem Hormon Oxytocin, das soziale Bindungen zu verbessern scheint.

Auch wenn ein Nasenspray mit Oxytocin bereits zur experimentellen Behandlung von Autismus eingesetzt wird, wollen die Forscher Therapien weiter verbessern. Martha Farah, eine kognitive Neurowissenschaftlerin an der University of Pennsylvania, hält es für eine plausible Hypothese, dass Menschen auch über Augenzellen verfügen könnten. Es gibt, so die nicht an der aktuellen Studie beteiligte Forscherin, viele Ähnlichkeiten in den visuellen Systemen von Menschen und Affen.

(knob/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum

Gehirn

Produkte passend zum Thema
DVD - Mensch
UNSER GEHIRN [4 DVDS] - DVD - Mensch
Genre/Thema: Mensch; Körper & Geist; Psychologie & Verhaltensforschung ...
30.-
DVD - Mensch
DAS AUTOMATISCHE GEHIRN - DVD - Mensch
Genre/Thema: Mensch; Körper & Geist; Psychologie & Verhaltensforschung ...
25.-
DVD - Wissenschaft
UNI AUDITORIUM - KOSMOS GEHIRN: HIRNFORSCHUNG... - DVD - Wissenschaft
Actors: Michael Prof. Dr. Madeja - Genre/Thema: Wissenschaft; Mensch; ...
22.-
DVD - Mensch
GEIST & GEHIRN 1 [2 DVDS] - DVD - Mensch
Genre/Thema: Mensch; Körper & Geist - Geist & Gehirn 1 [2 DVDs] Das ...
42.-
Nach weiteren Produkten zu "Gehirn" suchen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 19
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere ...
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. mehr lesen 
Wegen Zika - Acht Wochen nur geschützt  Genf - Touristen sollen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen ... mehr lesen  
Zika wird hauptsächlich durch Mückenstiche verbreitet.
Die Knochendichte eines Frühchens ist geringer.
Erhöhtes Osteoporose-Risiko  Trondheim - In den letzten Wochen der Schwangerschaft gehört die Weitergabe von Kalzium an den Fötus ... mehr lesen  
Einkommen weniger wichtig  Kinder verheirateter Eltern haben mehr Selbstvertrauen und sind glücklicher, egal wie hoch das Einkommen der Familie unter dem Strich ist. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Untersuchung der britischen Marriage Foundation. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
OFT GELESEN
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 10°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Basel 12°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
St. Gallen 11°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Bern 10°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Luzern 14°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Genf 10°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Lugano 14°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten