Freie Wahlen 2015 in Burma
Aung San Suu Kyi als Parteichefin gewählt
publiziert: Sonntag, 10. Mrz 2013 / 09:25 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 10. Mrz 2013 / 14:06 Uhr
Aung San Suu Kyi
Aung San Suu Kyi

Rangun - Mit Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi an der Spitze und einem etwas jüngeren Führungsteam strebt Burmas populäre Oppositionspartei NLD an die Macht. Die grosse Erneuerung an der Spitze der NLD blieb beim ersten Parteitag aber aus.

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Zum Abschluss des Parteitags der Nationalliga für Demokratie (NLD) wurde Suu Kyi am Sonntag vom NLD-Zentralkomitee einstimmig als Parteichefin bestätigt, wie von Seiten der Partei gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärt wurde. Es gab keine anderen Kandidaturen.

«Wir müssen um die Gunst der Wähler kämpfen», sagte Suu Kyi anschliessend vor den rund 850 Delegierten. «Nicht, weil wir machthungrig sind, sondern zum Wohl des Volkes und der Demokratie», fügte sie an.

Die Partei will bei den Wahlen 2015 die vom Militär gegründete Partei USDP ablösen. Suu Kyi hat Interesse am Präsidentenamt bekundet, doch müsste dafür die Verfassung geändert werden.

Im derzeitigen Parlament ist das unwahrscheinlich, weil das Militär 25 Prozent der Sitze hält und damit eine Sperrminorität für Verfassungsänderungen hat.

Suu Kyi gründete die NLD auf dem Höhepunkt der Studentenproteste 1988, die das Militär blutig niederschlug. Die Partei wurde bis zum Ende der Militärdiktatur im Frühjahr 2011 jahrelang drangsaliert. Suu Kyi stand 15 Jahre unter Hausarrest.

Parteiveteranen

Zwei der ältesten Parteimitglieder, der 86-jährige Tin Oo und der drei Jahre jüngere Win Tin, wurden nicht wieder in das 15-köpfige Präsidium gewählt. Doch der Ruf vieler Mitglieder nach frischem Wind in der Parteispitze blieb ungehört.

Die neuen Präsidiumsmitglieder sind alle Parteiveteranen: Mehr als zwei Drittel waren beim Wahlsieg der NLD 1990 als Abgeordnete gewählt worden. Das Militärregime erkannte das Ergebnis nie an. Die meisten sind über 60, Suu Kyi ist 67 Jahre alt.

«Dieselben alten Gesichter», kommentierte ein NLD-Abtrünniger. Khin Maung Shwe hat 2010 die Nationale Demokratische Front (NLF) gegründet. Jüngere NLD-Mitglieder seien nicht ins Präsidium gewählt worden, weil ihnen die Erfahrung fehle, sagte Suu Kyi. Auf der nächsten Ebene, im 150-köpfigen Zentralausschuss, seien aber ein Drittel neue Parteimitglieder.

Aufruf zu Kompromissbereitschaft

Vor roten Fahnen mit dem Parteisymbol eines angreifenden Pfaus und dem Porträt ihres 1947 ermordeten Vaters und Nationalhelden General Aung San beschwor Suu Kyi am Samstag einen «Geist der Brüderlichkeit».

«Wählt Leute, die den besten Beitrag für das Land und das Volk leisten können, nicht solche, die aus persönlichem Interesse hinter Ämtern her sind», riet sie den Delegierten. «Lasst unterschiedliche Meinungen zu, akzeptiert Kompromisse.»

Das könnte schwerer sein als gedacht: Suu Kyi ist die überragende Gestalt in der Partei. Sie zieht als Symbol des Widerstands gegen die Militärmachthaber Wähler an, ein Wahlprogramm fehlt weitgehend.

Manche Parteimitglieder fürchten, dass ihre Prominenz und Dominanz lebhafte Debatten ersticken könnte. «Nicht aus Angst, sondern Bewunderung», wie Win Tin der «New York Times» sagte.

(asu/sda)

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