Auschwitz vor 62 Jahren befreit
publiziert: Samstag, 27. Jan 2007 / 20:45 Uhr / aktualisiert: Samstag, 27. Jan 2007 / 21:38 Uhr

Warschau/Berlin - Ehemalige Insassen des Nazi-Konzentrationslagers Auschwitz und Einwohner der polnischen Stadt Oswiecim haben auf dem Gelände des Lagers eine Gedenkstunde zum 62. Jahrestag der Befreiung abgehalten.

1940-1945 kamen in Auschwitz etwa 1,1 Millionen Menschen ums Leben.
1940-1945 kamen in Auschwitz etwa 1,1 Millionen Menschen ums Leben.
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«Die gesamte jüdische Zivilisation Zentral- und Osteuropas fiel der Ausrottung und dem Vergessen anheim», sagte Ewa Junczyk-Ziomecka, die Gesandte des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski.

«Wir erinnern auch an die Roma, die sowjetischen Kriegsgefangenen und die Angehörigen anderer Nationen», die in dem Lager umgebracht wurden, fügte Junczyk-Ziomecka hinzu.

Helfer ausgezeichnet

Etwa 20 Bewohner Oswiecims wurden mit polnischen Medaillen ausgezeichnet, weil sie den Insassen des Lagers und Flüchtigen geholfen hatten.

Zwischen 1940 und 1945 kamen im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau insgesamt etwa 1,1 Millionen Menschen ums Leben, die Mehrheit von ihnen Juden aus Ländern unter deutscher Besatzung.

Bei der Befreiung durch sowjetische Soldaten am 27. Januar 1945 wurden 7000 Überlebende vorgefunden, 60 000 weitere Insassen waren wenige Tage zuvor in die Lager Gross-Rosen und Buchenwald verlegt worden.

Holocaust-Gedenktag in der Schweiz und Europa

Am Holocaust-Gedenktag haben Politiker in Europa an den millionenfachen Völkermord an den Juden durch das nationalsozialistische Terrorregime erinnert. Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey nannte die Erinnerung eine Bürgerpflicht. Es sei jedoch mehr zu tun, als die Erinnerung wach zu halten, schreibt Calmy-Rey in ihrer Botschaft zum Gedenktag. Es gebe Menschen, welche die Möglichkeit des Erinnerns verhindern wollten.

«Noch heute wollen uns gewisse Organisatoren internationaler Konferenzen weismachen, dass es den Holocaust nie gegeben hat», schreibt die Bundespräsidentin in Anspielung an Äusserungen des iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad.

Damit würden sie nicht nur die Gefühle der Opfer mit Füssen treten, sondern auch die Grundsätze und Werte, auf denen die internationale Gemeinschaft nach 1945 aufgebaut sei. Die Holocaustleugnung sei in der Schweiz im Strafgesetzbuch verankert, was sich als sehr wirksam erwiesen habe und bewahrt werden müsse.

Kranzniederlegung in Berlin

Der Zentralrat der Juden in Deutschland verwies anlässlich des Gedenktages ebenfalls auf Äusserungen des iranischen Staatspräsidenten. Dieser habe unter anderem «die systematische Entrechtung, Deportation und fabrikmässige Vernichtung von Millionen europäischer Juden mehrfach geleugnet» und die Vernichtung des UNO- Mitgliedstaates Israel gefordert.

Der neu gewählte Präsident des EU-Parlamentes, Hans-Gert Pöttering, sagte: «Wir gedenken an diesem Tag der Millionen Opfer des Holocaust, des Mordes an sechs Millionen Juden sowie an Roma, Polen, Russen und Menschen anderer Nationalitäten, die in den von den Nationalsozialisten errichteten Konzentrations- und Vernichtungslagern im Zweiten Weltkrieg ermordet worden sind.»

Mit einer Kranzniederlegung am Mahnmal Putlitzbrücke begannen in Berlin kurz nach Mitternacht die Veranstaltungen zum Holocaust- Gedenktag. Deutsche Landespolitiker forderten ein entschiedenes Vorgehen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.

(ht/sda)

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Das Holocaust-Mahnmal in Berlin.
 
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