Verkaufsstopp als Vorsichtsmassnahme
Ausfall verstärkt Engpass beim Grippeimpfstoff
publiziert: Donnerstag, 25. Okt 2012 / 17:26 Uhr
Ärzte sollen zuerst Risikopatienten impfen.
Ärzte sollen zuerst Risikopatienten impfen.

Bern - Der Verkaufsstopp für zwei Grippeimpfungen von Novartis hat den Engpass bei den Grippeimpfstoffen in der Schweiz verstärkt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wiederholte am Donnerstag die Empfehlung an die Ärzte, Risikogruppen und deren Kontaktpersonen bevorzugt zu impfen.

7 Meldungen im Zusammenhang
Anfang Woche war das BAG davon ausgegangen, dass in der Schweiz in der nächsten Woche rund eine Million Impfdosen gegen die saisonale Grippe zur Verfügung stehen. Um alle Bestellungen der Spitäler, Arztpraxen und Apotheken zu erfüllen, wären eigentlich 1,3 Millionen Impfdosen nötig.

Nachdem das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic am Mittwoch einen Verkaufsstopp für die beiden Impfstoffe von Novartis, Agrippal und Fluad, verhängt hatte, verknappte sich der Impfstoff in der Schweiz zusätzlich. Nach ersten Angaben von Swissmedic betrifft der Verkaufsstopp in der Schweiz 160'000 Impfdosen.

Verkaufsstopp zur Vorsicht

Swissmedic betonte am Donnerstag erneut, dass es sich bei dem Verkaufsstopp um eine Vorsichtsmassnahme handle. Entwarnung geben konnte Swissmedic-Sprecher Daniel Lüthi nicht. «Wir warten zurzeit auf wissenschaftliche Daten von Novartis», sagte er.

Angaben von Novartis, wonach die Impfstoffe mit den Verklumpungen alle in Italien produziert und gar nie ausgeliefert worden seien, konnte Lüthi nicht kommentieren.

Nachbarländer reagieren

Nach der Schweiz und Italien reagierten auch die Behörden in Österreich und Deutschland. In Deutschland verhängte das zuständige Paul-Ehrlich-Institut einen teilweisen Verkaufsstopp. Novartis habe sich bereit erklärt, vier Chargen des Grippeimpfstoffs Begripal und eine Charge des Impfstoffs Fluad zurückzunehmen, teilte das Institut mit.

Und das österreichische Gesundheitsministerium riet den Ärzten, auf Alternativpräparate auszuweichen. Swissmedic stehe in Kontakt mit den Nachbarländern, sagte Lüthi dazu.

Novartis hält seinen Grippeimpfstoff auch nach dem Auslieferungsstopp für sicher und wirksam. Weitere Verkaufsstopps erwartet Novartis gemäss Konzernchef Joseph Jimenez nicht.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Paris - Ein neues Verfahren zur Entwickelung wirksamerer Impfstoffe gegen zahlreiche Grippeviren haben Forscher des ... mehr lesen
Ein neues Verfahren zur Entwicklung wirksamerer Impfstoffe gegen zahlreiche Grippeviren haben Forscher entwickelt.
Basel - Italien hat die Auslieferungsstopps für die Grippeimpfstoffe von Novartis aufgehoben. Vom Unternehmen bereitgestellte ... mehr lesen
Laut Novartis wird der Vertrieb nun sofort wieder aufgenommen.
Bern - Swissmedic hat den Auslieferungs- und Anwendungsstopp für die Grippeimpfstoffe von Novartis aufgehoben. Novartis hat die Qualität der Chargen dokumentieren können, die in der Schweiz ausgeliefert wurden und noch ausgeliefert werden sollen. mehr lesen 
Sind auch Impfstoffe betroffen, die in der Schweiz erhältlich sind?
Rom - Als Reaktion auf die Untersuchungen der italienischen Behörden hat Swissmedic am Mittwoch einen sofortigen ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - In der Schweiz dürften in der nächsten Woche über eine Million Impfdosen gegen die saisonale Grippe zur Verfügung ... mehr lesen
Das BAG veranlasst zusätzliche Grippeimpfstoff-Lieferungen
Bern - Fast ein Viertel der Impfdosen gegen die saisonale Grippe sind noch nicht ausgeliefert worden. Falls die Verzögerung bei den Impfstoffherstellern zu einer Versorgungslücke führt, will das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Massnahmen ergreifen. mehr lesen 
Akupunktur, Tuina, Massage, Laserakupunktur, Taping
Hypnose und Hypnosetherapie in Baden / Aargau
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 13
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere ...
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. 
Wegen Zika - Acht Wochen nur geschützt  Genf - Touristen sollen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen auf ungeschützten Sex verzichten. Das riet ...
Zika wird hauptsächlich durch Mückenstiche verbreitet.
Experten: Europa muss sich auf die Zika-Epidemie vorbereiten Kopenhagen - «Die Zeit ist nicht auf unserer Seite. Das Zika-Virus zeigt nicht nur sein ...
Das Zika-Virus kann auch bei Erwachsenen schwerwiegende neurologische Erkrankungen auslösen.
In 60 bis 80 Prozent der Fälle verläuft eine Infektion unbemerkt. (Symbolbild)
16 Personen in der Schweiz Zika-infiziert Bern - In der Schweiz sind seit Einführung der Meldepflicht Anfang März 16 Fälle von Infektionen mit dem Zika-Virus festgestellt ...
Titel Forum Teaser
Massagepraxis in Zürich-Oerlikon
Medizin Jobs und Jobs Gesundheitswesen
 
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/home_col_3_1_4all.aspx?adrubIDs=46