Ausgaben von «FAZ» und «Figaro» in Ägypten verboten
publiziert: Sonntag, 24. Sep 2006 / 21:38 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 24. Sep 2006 / 21:58 Uhr

Kairo - Wegen des Vorwurfs der Beleidigung des Islams hat Ägypten Ausgaben einer deutschen und einer französischen Zeitung verboten.

Die «FAZ» (Bild) und «Le Figaro» hätten Artikel veröffentlicht, die den Islam verunglimpfen.
Die «FAZ» (Bild) und «Le Figaro» hätten Artikel veröffentlicht, die den Islam verunglimpfen.
1 Meldung im Zusammenhang
Die betreffenden Nummern der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ) und des «Figaro» dürften nicht ins Land gebracht werden. Dies meldete die staatliche Nachrichtenagentur Mena unter Berufung auf einen Erlass des Informationsministers Anas al Feki.

Die Blätter hätten Artikel veröffentlicht, die den Islam verunglimpften, hiess es im Mena-Bericht. In ihnen sei behauptet worden, dass die islamische Religion mit dem Schwert verbreitet worden sei und der islamische Prophet Mohammed ein Prophet des Bösen sei.

Der Minister habe betont, er werde keine Veröffentlichungen erlauben, die den Islam beleidigten oder zu Hass oder Geringschätzung irgendeiner Religion aufriefen. Der Schritt ist ungewöhnlich, weil ausländische Zeitungen oder Magazine in Ägypten nur selten verboten werden.

Historikermeinung

In der beanstandeten Ausgabe der FAZ vom 16. September hatte der Greifswalder Althistoriker Egon Flaig die islamische Geschichte als kriegerische Ausbreitung der Religion dargestellt. Im ihrem Verlauf habe der Islam Andersgläubige grausam unterdrückt.

«Wie der Nationalsozialismus die Menschen in Herren- und Untermenschen auf rassischer Basis spaltete, so hat es die Scharia auf religiöser Basis getan», schrieb Flaig.

Als erste Weltreligion habe der Islam eine Apartheid geschaffen und riesige Territorien religiös «gesäubert». Die Pogrome im christlichen Europa blieben in ihren Ausmassen hinter jenen der islamischen Welt zurück.

Nichts mit dem Papst zu tun?

Die Meldung der ägyptischen Agentur brachte die Zeitungsartikel nicht mit der Regensburger Vorlesung von Papst Benedikt XVI. in Zusammenhang, die in der muslimischen Welt Kritik und Empörung ausgelöst hatte.

Anstoss hatte vor allem eine Passage erregt, in der Benedikt einen byzantinischen Kaiser mit den Worten zitierte, Mohammed habe nur Schlechtes gebracht und die Verbreitung des Glaubens mit dem Schwert vorgeschrieben. Inzwischen hat der Papst mehrfach klargestellt, dass er sich diese Aussagen nicht zu Eigen mache.

(fest/sda)

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