Ausgangssperre im Irak dämmt Gewalt ein
publiziert: Freitag, 24. Feb 2006 / 18:39 Uhr / aktualisiert: Freitag, 24. Feb 2006 / 18:59 Uhr

Bagdad - Mit einer Ausgangssperre ist im Irak der jüngste Gewaltausbruch zwischen Schiiten und Sunniten eingedämmt worden.

Die Bemühungen um eine Entspannung liessen die Gewalt abebben.
Die Bemühungen um eine Entspannung liessen die Gewalt abebben.
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Zwei Tage nach der Zerstörung der Goldenen Moschee von Samarra, einem schiitschen Heiligtum, hatte die Übergangsregierung in Bagdad ein Ausgehverbot für den Zentralirak verhängt.

Damit sollten vor allem grössere Menschenansammlungen und Demonstrationen nach dem traditionellen Freitagsgebet bei den bedeutenden Moscheen verhindert werden. Laut Zeugen waren die grösseren Strassen nahezu menschenleer. Allerdings gingen viele Gläubige in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zum Freitagsgebet.

Der Anschlag von Samarra hatte eine beispiellose Welle der Gewalt und Gegengewalt ausgelöst. Bis Donnerstag waren landesweit die Leichen von mehr als 100 erschossenen Zivilisten gefunden worden, die offenbar Vergeltungsaktionen zum Opfer gefallen waren.

Gemeinsames Gebet

Am Freitag folgten jedoch Schiiten und Sunniten an mehreren Orten Einladungen zum gemeinsamen Gebet. Kleriker und Politiker aller Lager hatten ihre jeweiligen Anhänger zuvor aufgefordert, ruhig zu bleiben und sich nicht zu Gewaltakten gegen Einrichtungen anderer Glaubensrichtungen verleiten zu lassen. Im Irak stellen die Schiiten die Mehrheit. Sie waren während des Regimes von Saddam Hussein - einem Sunniten - unterdrückt worden.

Die Bemühungen um eine Entspannung liessen die Gewalt abebben, konnten sie aber nicht gänzlich abstellen. So wurde in Latifija südwestlich von Bagdad drei Mitglieder einer schiitischen Familie von bewaffneten Männern getötet.

Bereits in der Nacht zum Freitag hatten Unbekannte im südirakischen Basra eine sunnitische Moschee mit Mörsern beschossen. In Tus Chormatu 180 Kilometer nördlich von Bagdad wurde der Muezzin einer schiitischen Moschee am Donnerstagabend von Unbekannten erschossen.

(bert/sda)

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