Ausländer oft wegen Temposünden verurteilt
publiziert: Montag, 15. Dez 2008 / 11:52 Uhr / aktualisiert: Montag, 15. Dez 2008 / 12:14 Uhr

Bern - Schweizer werden häufiger wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand verurteilt, Ausländer häufiger wegen grober Verkehrsregel-Verletzungen - meist wegen zu schnellen Fahrens. Dies geht aus Zahlen des Bundesamtes für Statistik hervor.

Die Zahlen seien mit Vorsicht zu geniessen, sie geben lediglich die Nationalität des Verursachers an.
Die Zahlen seien mit Vorsicht zu geniessen, sie geben lediglich die Nationalität des Verursachers an.
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2007 wurden knapp 20'700 Verurteilungen wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln ausgesprochen. 53 Prozent der Verurteilungen betrafen Ausländer. Die höchsten Verurteilungsanteile hatten Personen aus Italien, dem früheren Jugoslawien und Deutschland mit rund 12, 9 respektive 8 Prozent.

17'000 Verurteilungen gab es wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand. 36 Prozent davon betrafen Ausländer. Mit je 6 Prozent lagen Italiener, Portugiesen und Franzosen vorne.

Zahlen mit Vorsicht zu geniessen

Die Zahlen, die von der «NZZ am Sonntag» veröffentlicht wurden und auch der Nachrichtenagentur SDA vorliegen, sind mit Vorsicht zu geniessen, wie BFS-Experte Steve Vaucher erklärte.

So sind in der Statistik lediglich die Nationalitäten der Verurteilten verzeichnet. Es ist aber nicht ersichtlich, ob die betroffenen Ausländer in der Schweiz leben oder im Ausland (und die Vergehen auf der Durchreise begingen).

Des weiteren sind die Verurteilungen nur nach bestimmten Artikeln des Strassenverkehrsgesetzes aufgeschlüsselt. «Grobe Verletzung der Verkehrsregeln» (Art. 90.2 SVG) betrifft zwar in den meisten Fällen stark übersetze Geschwindigkeit - aber den genauen Anteil kann man laut Vaucher aus den Zahlen nicht ableiten.

Auch Rechts-Überholen auf der Autobahn oder bestimmte Fälle von Fahren über die Kreuzung bei Rot fielen unter diesen Paragraphen. Bei groben Verletzungen der Verkehrsregeln und Fahren in angetrunkenem Zustand handelt es sich um Vergehen. Entsprechende Verurteilungen werden auch im Strafregister eingeschrieben.

(tri/sda)

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